. Antibiotika-Resistenzen

Meldepflicht für antibiotikaresistente Erreger verschärft

Die Meldepflicht für antibiotikaresistente Erreger wird ab Mai verschärft und eine neue Meldepflicht für sogenannte Arboviren, zu denen auch das Zika-Virus zählt, eingeführt.
Schärfere Meldepflicht soll im Kampf gegen Krankenhauskeime helfen

Krankenhauskeime sollen schneller bekämpft werden

Der Bundesrat hat jetzt der entsprechenden Vorlage des Bundesministerium für Gesundheit zugestimmt. Jährlich gibt es 10.000 bis 15.000 Todesfälle infolge von Krankenhaus-Infektionen. „Künftig ‎müssen Krankenhäuser gefährliche resistente Erreger ‎bereits beim ersten Auftreten melden“, sagt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

Die neuen Meldepflichten betreffen bestimmte Bakterien, die gegenüber der Antibiotikagruppe der Carbapeneme resistent sind. Das sind Reserveantibiotika, die häufig als letzte therapeutische Alternative eingesetzt werden. Labornachweise dieser Erreger sind daher bereits dann an das Gesundheitsamt zu melden, wenn eine bloße Besiedelung des menschlichen Körpers vorliegt und nicht erst, wenn ein Mensch damit infiziert ist.

Meldepflicht für antibiotikaresistente Erreger: Frühzeitig reagieren

Das Gesundheitsamt kann auf dieser Grundlage frühzeitig reagieren, etwa im Rahmen der infektionshygienischen Überwachung der betroffenen medizinischen Einrichtung. Diese muss die erforderlichen Maßnahmen zum Infektionsschutz treffen.

Klarer definiert wurden die Melde-Regeln für Infektionen mit Clostridium difficile. An dem Durchfallkeim erkranken meist Krankenhauspatienten, bei älteren und geschwächten Personen kann das gefährlich werden. Die neue Verordnung legt fest, was „schwere Fälle“ sind, in denen eine Meldung zu erfolgen hat.

Neue Meldepflicht für Arboviren wie das Zika-Virus

Mit der neuen Verordnung wird zudem der Labornachweis von Arboviren meldepflichtig. Dabei handelt es sich um Krankheitserreger, die vor allem durch Mücken übertragen werden. Dazu zählen das Chikungunya-Virus, das Dengue-Virus, das West-Nil-Virus und das Zika-Virus.

Das Zika-Virus hat seit Oktober 2015 ausgedehnte Krankheitsausbrüche vor allem in Südamerika hervorgerufen und steht im Verdacht, Schädel- und Hirn-Fehlbildungen bei Neugeborenen zu verursachen. Infektionen mit diesen Erregern kommen in Deutschland bislang nur sehr selten vor, meist als eingeschleppte Fälle bei Reiserückkehrern.

Tigermücken könnten auch hierzulande Arboviren übertragen

Infolge von Klimaveränderungen können sich Mücken, die wie etwa die Tigermücke Arboviren weiterübertragen können, jedoch in zunehmenden Maße auch in Deutschland ansiedeln. Daher wird das Auftreten von Arboviren nun verstärkt überwacht, um durch vorsorgliche Maßnahmen die Entstehung von Infektionsketten unterbinden zu können. Etwa durch den Schutz der erkrankten Person vor Mückenstichen oder durch Bekämpfung von Tigermückenpopulationen im Umfeld einer kranken Person.

Meldepflichtig ist außerdem auch der Nachweis von Arboviren, die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) auslösen und von Zecken übertragen werden.

Foto: Monkey Business

Autor: red

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Antibiotika-Resistenzen

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
In Flugzeugen lauern viele Keime – einige davon können unsere Gesundheit gefährden. Forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena legten nun eine erste systematische Übersichtsarbeit über Krankheitserreger auf Materialien in Flugzeugen vor.
Mehrere Präparate des Blutdrucksenkers Valsartan mussten zurückgerufen werden, weil sie mit dem vermutlich krebserregenden Stoff N-Nitrosodimethylamin verunreinigt sind. Nun wurden weitere betroffene Valsartan-Präparate gefunden.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Anzeige
 

. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Kliniken
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.