. Hautkrebs

Melanom: Medikamenten-Kombination verlängert Leben

Die Medikamente Dabrafenib („Tafinlar“) und Trametinib („Mekinist“) sind für Erwachsene mit malignem Melanom zugelassen. Sie dürfen seit Ende 2015 auch kombiniert werden. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) prüfte, ob die Kombi den Patienten nützt.
Schwarzer Hautkrebs kann im Körper Metastasen bilden

Der schwarze Hautkrebs ist gefährlich

Das Melanom entsteht aus den dunklen Pigmentzellen und wird daher auch schwarzer Hautkrebs genannt. Wenn ein Melanom entdeckt wird, wird es operativ entfernt. Manchmal ist es dafür jedoch zu groß, oder es hat sich bereits über das Blut- oder Lymphsystem ausgebreitet und Metastasen in andere Körperregionen gebildet (fortgeschrittenes Melanom).

Manche Menschen mit schwarzem Hautkrebs haben ein verändertes Protein im Tumorgewebe (BRAF-V600-Mutation), das zu unkontrolliertem Wachstum des Tumors führen kann. Dabrafenib und Trametinib sollen dieses Protein hemmen. Die Wirkstoffe und ihre Kombination sind für Erwachsene mit einem fortgeschrittenen Melanom zugelassen, das diese Mutation aufweist.

Fortgeschrittenes Melanom: Medikamenten-Kombi verlängert Leben

Standardbehandlung für Erwachsene mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs und BRAF-V600-Mutation ist der Wirkstoff Vemurafenib. Für den Vergleich der Kombination Dabrafenib/Trametinib mit Vemurafenib legte der Hersteller eine Studie mit 704 Patientinnen und Patienten vor.

Ergebnis: Die Kombinations-Therapie verlängert die Lebenserwartung nachweislich bei Frauen: Bei Männern ließ sich dieser Vorteil nicht beziffern, heißt es weiter in einer Patienten-Information des IQWiG. Die Hälfte der Frauen, die Vemurafenib erhielten, waren nach 17 Monaten verstorben. Von den Patientinnen und Patienten, die Dabrafenib/Trametinib erhielten, lebte die Hälfte mindestens 24 Monate oder länger. Für Männer hatte die Kombination der Wirkstoffe keinen Vorteil im Vergleich zu Vemurafenib.

 

Fortgeschrittenes Melanom: Schmerzen und Übelkeit verzögert

Bei Personen mit Dabrafenib/Trametinib nahmen die Schmerzen nach etwa 14 Monaten zu. In der Vergleichstherapie mit Vemurafenib war das bereits nach 6 Monaten der Fall. Bei den Personen mit der Dabrafenib/Trametinib-Therapie begannen Schlaflosigkeit, Appetitverlust und Durchfall oft deutlich später als bei den Patientinnen und Patienten mit Vemurafenib.

Hier ergab sich aus der Studie ebenfalls ein schwacher Hinweis, dass bei den Patienten , die Dabrafenib/Trametinib erhielten, Übelkeit und Erbrechen etwa 6 Monate später zunehmen als bei den Personen, die mit Vemurafenib behandelt wurden. In puncto Lebensqualität zeigte die Studie schwache Hinweise auf einen Vorteil der Kombination Dabrafenib/Trametinib im Vergleich zu Vemurafenib.

Fortgeschrittenes Melanom: Seltener schwere Nebenwirkungen

Männer, die Dabrafenib plus Trametinib einnahmen, hatten weniger schwere Nebenwirkungen hatten als die Männer, die mit Vemurafenib behandelt wurden. Daruf gab die Studie geringe Hinweise. Für Frauen zeigte sich kein Unterschied zwischen den Therapien.

Für Nebenwirkungen wie Haut-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen sowie gutartige oder bösartige Neubildungen gibt es schwache Hinweise auf einen Vorteil für die Dabrafenib/Trametinib-Therapie im Vergleich zu Vemurafenib.

Foto: Dan Race

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schwarzer Hautkrebs

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Bislang sind zwei Impfstoffe in Deutschland zugelassen, von Biontech/Pfizer und Moderna. Der Impfstoff von AstraZeneca könnte ab Ende Januar erhältlich sein. Das unterscheidet die Impfstoffe.
Schon vergessen? Der Beginn des neuen Jahres ist gerade einmal zwei Wochen her. Jetzt wäre es an der Zeit, mit den da gefassten guten Vorsätzen ernst zu machen: Jeder Dritte will 2021 gesünder leben und mehr Sport treiben; jeder Fünfte will nach den Feiertagsgelagen abspecken. Manche sagen: Eine mindestens so große Kunst wie das Abnehmen ist es, das erreichte Gewicht auf Dauer zu halten. Hier ein paar Tipps dafür.
 
 
. Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.