. Zielgerichtete Therapien

Melanom: IQWIG bescheinigt Dabrafenib plus Trametinib einen beträchtlichen Zusatznutzen

Die Kombination aus Dabrafenib plus Trametinib kann das Überleben von Melanompatienten deutlich verlängern. Das IQWIG hat dem Duo aus BRAF- und MEK-Inhibitor nun einen beträchtlichen Zusatznutzen bescheinigt.

Die Kombination von Dabrafenib und Trametinib hat laut IQWIG einen beträchtlichen Zusatznutzen für Patienten mit Melanom Stadium III

Zielgerichtete Medikamente sind in der Krebsmedizin zu einer neuen, wichtigen Säule geworden. Insbesondere beim malignen Melanom haben sich die neuen Therapien bewährt. Inzwischen gibt es verschiedene Medikamente, die mitunter  kombiniert werden. Zwei solcher Kombinationstherapien bestehend aus einem BRAF- und einem MEK-Inhibitor hat nun das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet.

Untersucht wurde, ob die Wirkstoffkombinationen Dabrafenib plus Trametinib sowie Encorafenib plus Binimetinib für Patientinnen und Patienten mit BRAF-mutierten Melanomen einen Zusatznutzen gegenüber den zweckmäßigen Vergleichstherapien haben.

Melanom Stadium III

Dabrafenib plus Trametinib ist für die adjuvante Behandlung Erwachsener mit Melanom im Stadium III mit BRAF-V600-Mutation nach vollständiger operativer Entfernung des kranken Gewebes zugelassen. Für diese Wirkstoffkombination hatte der Hersteller dem Institut Daten aus zwei Datenschnitten der noch laufenden Studie COMBI-AD vorgelegt. Beim Endpunkt Gesamtüberleben zeigte sich ein deutlicher Vorteil der Wirkstoffkombination gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie: Beim ersten Datenschnitt, rund zweieinhalb Jahre nach Medikationsbeginn der letzten Studienteilnehmer, waren etwa 14 Prozent der Personen im Wirkstoffarm, aber bereits gut 21 Prozent der Personen im Vergleichsarm der Studie verstorben.

 

Nebenwirkungen stellen Nutzen nicht in Frage

Das IQWIG hat der Kombinationstherapie daher nun einen beträchtlichen Zusatznutzen bescheinigt. Denn auch beim Auftreten von Rezidiven schnitt die Kombinationstherapie besser ab. So traten zwar nach zehn Monaten bei immerhin 40 Prozent der Patienten Rezidive auf. Im Vergleichsarm waren es jedoch 59 Prozent. Die Nebenwirkungen unter der Kombinationstherapie seien zwar zum Teil erheblich gewesen, schreibt das IQWIG, aber sie stellten die Vorteile nicht in Frage.

Metastasiertes Melanom

Derartige Vorteile konnte das IQWIG bei der Kombination von Encorafenib (BRAF-Inhibitor) plus Binimetinib (MEK-Inhibitor) nicht feststellen. Allerdings handelt es sich auch um kränkere Patienten. Die Kombination Encorafenib und Binimetinib wird bei Patienten eingesetzt, deren Melanome nicht mehr reseziert werden können oder bereits Metastasen gebildet haben.

Gegenüber der Vergleichstherapie - eine Wirkstoffkombination, etwa Vemurafenib plus Cobimetini – zeigte die Kombination aus Encorafenib und Binimetinib keine Vorteile beim Gesamtüberleben, und für andere Endpunkte lagen dem Institut nach eigenen Angaben keine verwertbaren oder vergleichbaren Daten vor. Andere Vergleichsstudien haben nicht vorgelegen, so dass das IQWIG hier keinen Zusatznutzen erkennen konnte.

Foto: © la source de l'info - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Hautkrebs , Schwarzer Hautkrebs , Arzneimittel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Melanom

| Die Medikamente Dabrafenib („Tafinlar“) und Trametinib („Mekinist“) sind für Erwachsene mit malignem Melanom zugelassen. Sie dürfen seit Ende 2015 auch kombiniert werden. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) prüfte, ob die Kombi den Patienten nützt.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Die Braune Hundezecke wird vermehrt auch in Deutschland beobachtet. An der Universität Hohenheim wird die eingewanderte Zeckenart nun genauer erforscht. Die Experten bitten die Bürger dafür um die Zusendung auffälliger Zeckenbefunde.
Eine Vergrößerung der Schilddrüse - etwa durch eine Überfunktion - lässt sich durch eine Tastuntersuchung und eine Sonografie per Ultraschall feststellen. Um die Funktion der Schilddrüse zu überprüfen, ist aber ein Szintigramm nötig.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.