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24.05.2021

Mehr Rücken, mehr Pfunde durch Homeoffice

Die Arbeit im Homeoffice hat Folgen für die Gesundheit. Bewegungsmangel, Gewichtszunahme und Rückenbeschwerden haben laut einer aktuellen DAK-Umfrage deutlich zugenommen.
Gesund ist das nicht: Die Arbeit im Homeoffice wird laut DAK zu einem Gesundheitsrisiko

Gesund ist das nicht: Die Arbeit im Homeoffice wird laut DAK zu einem Gesundheitsrisiko

Wie wirkt sich das Homeoffice auf die körperliche Gesundheit aus? Dieser Frage ist die DAK Gesundheit nachgegangen und hat durch das Forsa-Institut 2.500 Arbeitnehmer befragen lassen, die pandemiebedingt mehrmals pro Woche von zu Hause aus arbeiten. Das Ergebnis: Zwei Drittel der Befragten bewegen sich weniger als früher. Ein Drittel hat mindestens drei Kilogramm zugenommen – bei sieben Prozent waren es sogar mehr als fünf Kilogramm. Jeder Dritte klagt außerdem über mehr Rückenbeschwerden. Trotzdem möchten 46 Prozent aller Befragten in Zukunft auch nach Corona mindestens die Hälfte ihrer Arbeitszeit im Homeoffice arbeiten.

Homeoffice wird zur Bewegungsfalle

DAK-Chef Andreas Storm zeigt sich besorgt über diesen Trend. Das Homeoffice verstärke einen ungesunden Lebensstil und mache viele Menschen zum Bewegungsmuffel. Dadurch steige das Risiko für chronische Erkrankungen. „Das Homeoffice darf nicht zur Bewegungsfalle werden“, so Storm. „Da viele Beschäftigte auch nach Corona weniger im Büro arbeiten werden, müssen wir einen stärkeren Fokus auf die Gesundheit im Homeoffice legen“, fordert Storm. So müssten Arbeitnehmer besser über die drohenden Risiken aufgeklärt werden und Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung angepasst werden. Für Beschäftigte sei auch wichtig, „im persönlichen Bereich zu prüfen, wie sich der Tagesablauf aktiver gestalten lässt.“

Die Gründe, die für den Bewegungsmangel angegeben werden, sind nachvollziehbar. So fällt bei jedem zweiten der Weg zur Arbeit weg, der zuvor per Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt wurde. Aber auch andere Aktivitäten sind seltener geworden, Einkäufe oder Besuche bei Freunden. Ein Drittel berichtet, dass sie auch seltener Spazierengehen oder weniger Haus- und Gartenarbeit erledigen.

 

Regelmäßig kleine Bewegungspausen einlegen

Weiter zeigt die Befragung, dass nur jede Zweite regelmäßig bewusst das Sitzen unterbricht. Regelmäßige Bewegungspausen werden von Experten aber dringend empfohlen. Gerade wenn auf der Couch oder am Küchentisch gearbeitet wird, kann es zu Haltungsschäden und Rückenbeschwerden kommen. „Auf lange Sicht kann ein bewegungsarmer sitzender Lebensstil zu chronischen Erkrankungen führen“, mahnt Andreas Storm. Die WHO empfiehlt ein Minimum von 150 Minuten körperlicher Aktivität pro Woche, um das Risiko auszugleichen.

Foto: © Adobe Stock/ Maria Sbytova

Autor: ham
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