. Gemeinsamer Bundesausschuss

Mehr Qualitätskontrollen auf Frühchenstationen geplant

Der Gemeinsame Bundesausschuss will künftig strenger überwachen, ob seine Qualitätsvorgaben für Perinatalzentren auch eingehalten werden. Wenn Frühchen-Intensivstationen die Personalvorgaben nicht erfüllen, müssen sie das melden.
Frühgeborene brauchen genug Pflegekräfte

Gibt es genug Pflegekräfte für die Versorgung von Frühgeborenen?

Wenn Frühchenstationen wegen Keim-Skandalen in die Presse kommen, wird fast immer diskutiert, ob zu wenig Pflegepersonal für die Versorgung der kleinsten Patienten zur Verfügung steht. Der Bundesausschuss fordert von den Stationen, die als Perinatalzentren der Stufe 1 Frühchen mit extrem niedrigem Geburtsgewicht versorgen, dass sie für jedes intensivpflichtige Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1500 Gramm eine Kinderkrankenpflegekraft jederzeit verfügbar machen. Bei intensivüberwachungspflichtigen Frühgeborenen gilt ein Personalschlüssel von eins zu zwei.

Qualitätskonzepte für Früh- und Neugeborenenversorgung

Diese Festlegungen hat der Ausschuss im Rahmen seines Strukturqualitätskonzeptes für die Frühchenversorgung entwickelt. Das Konzept legt Mindestanforderungen an die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der Früh- und Neugeborenen-Versorgung fest. Ziel sei es, an zentralen Stellen qualitativ hochwertige strukturelle Voraussetzungen für die medizinische Versorgung zu schaffen, erläutert der G-BA.

Die Versorgung von Neugeborenen wurde dabei in vier Stufen gegliedert: Perinatalzentren Level 1 und 2, Perinataler Schwerpunkt und Geburtsklinik. Weitere Strukturanforderungen an das Personal: In den Zentren des Level 1 müssen 40 Prozent der Kinderkrankenpflegekräfte die Fachweiterbildung „pädiatrische Intensivpflege“ absolviert haben. In Level 2-Zentren liegt der Mindestanteil von Kinder-Intensivkrankenschwestern bei 30 Prozent.

Der Ausschuss hat die Perinatalzentren mit Beschluss in der Sitzung Mitte Februar verpflichtet, unverzüglich zu melden, wenn sie die Anforderungen an die pflegerische Versorgung auf ihrer Intensivstation nicht erfüllen. Die Zentren müssen dabei auch die konkreten Gründe angeben.

Meldepflicht bei Personalmangel soll Probleme aufzeigen

Die Meldepflicht soll laut G-BA sicherstellen, dass der Ausschuss über Probleme bei der Umsetzung der Qualitätsvorgaben in der Frühchenversorgung informiert ist. Zudem erhofft sich der Ausschuss, dass die Meldepflicht den tatsächlichen Umsetzungsgrad transparent macht. Vorgesehen ist, dass mit betroffenen Perinatalzentren konkrete Schritte und Maßnahmen zur schnellstmöglichen Erfüllung der Personalvorgaben vereinbart werden. Bereits im Dezember hatte der G-BA entschieden, dass Zentren, die von den Vorgaben abweichen, längstens bis Ende 2019 so weiter arbeiten dürfen, wenn sie Maßnahmen zur Verbesserung der Personalsituation vereinbart haben. Dieser Beschluss ist aber noch nicht in Kraft getreten. GBA-Beschlüsse treten dann in Kraft, wenn das Bundesgesundheitsministerium sie nicht beanstandet und sie im Bundesanzeiger veröffentlicht sind.

Foto: tobilander – fotolia.com

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Frühchen , Qualität , Qualitätssicherung , Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Weitere Nachrichten zum Thema

| Wohin, wenn sich eine Frühgeburt ankündigt? Antworten auf diese Frage bietet die neue Website www.perinatalzentren.org. Dort sind die Qualitätsdaten von Geburtskliniken gesammelt, die zur Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht zugelassen sind.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.