Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
30.05.2017

Mehr Nichtraucher bekommen Lungenkrebs

Lungenkrebs gilt als Erkrankung der Raucher. In den USA nimmt jedoch der Anteil an Nichtrauchern offenbar zu. Insbesondere Frauen, die niemals geraucht haben, erkranken häufiger am nicht kleinzelligen Lungenkrebs.
Auch Nichtraucher können an Lungenkrebs erkranken. Nach einer Untersuchung aus den USA steigt ihre Zahl

Auch Nichtraucher können an Lungenkrebs erkranken. Nach einer Untersuchung aus den USA steigt ihre Zahl

Etwa 90 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen gehen aufs Rauchen zurück. Dabei ist es egal, ob jemand aktuell raucht oder früher einmal Raucher war. Das ist in Deutschland nicht anders als in den USA. Krebsforscher der Universität Texas haben nun untersucht, ob sich diese Formel halten lässt. Hintergrund sind Hinweise, dass der Anteil an Nichtrauchern unter den Lungenkrebspatienten zunimmt. Tatsächlich fanden die Forscher um Dr. Lorraine Pelosof von der Universität Texas einen Anstieg der absoluten Zahl von Nichtrauchern mit Lungenkrebs.

Nichtraucherinnen häufiger von Lungenkrebs betroffen

Für die Untersuchung wurden die Krebsregister dreier amerikanischen Kliniken ausgewertet zwei davon in Dallas, eine in Nashville. Darin fanden sich Daten – auch mit Angabe des Raucherstatus – von insgesamt 17.000 Lungenkrebspatienten, die zwischen 1990 und 2013 in den Kliniken behandelt worden waren. 10.500 davon litten am nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) und 1.510 am kleinzelligen Lungenkrebs (SCLC).

Während der Anteil der Nichtraucher unter den SCLC-Patienten zwischen 1990 und 1995 und 2011 und 2013 nur von 1,5 Prozent auf 2,5 Prozent anstieg, was statistisch nicht signifikant ist, ergab sich bei den NSCLC-Patienten ein anders Bild: Waren 1990 noch 8 Prozent aller NSCLC-Patienten Niemalsraucher waren es 2011 immerhin 14,9 Prozent. Auffällig hoch war unter ihnen der Anteil an nichtrauchenden Frauen: Ihr Anteil stieg im Beobachtungszeitraum von rund 10,2 auf 22,1 Prozent, bei Männern hingegen nur von 6,6 auf 8,9 Prozent.

 

Suche nach einer Erklärung

Die Autoren betonen, dass nicht nur der Anteil größer geworden sei, was mit sinkenden Raucherzahlen zusammenhängen könnte, sondern auch die absolute Zahl. „Diese Untersuchung zeigt, dass die Inzidenz von Lungenkrebs unter Nichtrauchern zunimmt“, schreiben die Autoren im „Journal of the National Cancer Institute.“

Erklärung dafür haben die Autoren bislang keine. Man weiß heute zwar, dass sich die Tumorbiologie von Nichtrauchern und Rauchern unterscheidet. Aber eine Erklärung für den Anstieg der Lungenkrebsfälle unter den Nichtrauchern ist das noch nicht. Derzeit mutmaßen die Krebsforscher, dass Passivrauchen einer der Gründe sein könnte. Dieser Status wurde in den Krebsregistern bislang nicht erhoben. Ein anderer Grund könnte die gestiegene Lebenserwartung sein, weswegen es insgesamt mehr Krebserkrankungen gibt. Künftige Studien müssen diese Faktoren in den Blick nehmen.

Foto: © Thomas Reimer - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rauchen , Lungenkrebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lungenkrebs

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin