Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
20.05.2021

Mehr Nebenwirkungen bei Corona-Impfung mit zwei Impfstoffen

Menschen unter 60 wird geraten, nach der Erstimpfung mit AstraZeneca die Zweitimpfung mit BioNTech oder Moderna vorzunehmen. Die Kombination der Impfstoffe führt zu mehr Nebenwirkungen, ist aber sicher.
Werden zwei verschiedene Impfstoffe kombiniert, kann es mehr Nebenwirkungen geben

Menschen unter 60 wird hierzulande geraten, nach der Erstimpfung mit AstraZeneca die Zweitimpfung mit BioNTech oder Moderna vorzunehmen. Forscher der University of Oxford untersuchten die Kombination der Impfstoffe. Sie führt zu mehr Nebenwirkungen, ist aber sicher.

An der Com-COV-Studie, einer teilnehmermaskierten und randomisierten Untersuchung, nahmen 830 Probanden teil. Sie waren 50 Jahre und älter, hatten keine, leichte oder moderate Vorerkrankungen und wurden an acht Standorten rekrutiert.

Lokale und systemische Symptome erfasst

Sie erhielten 28 Tage nach der ersten Impfung ihre zweite Impfung, entweder zweimal den Vektorimpfstoff, zweimal den mRNA-Impfstoff oder beide Impfstoffe kombiniert. Erfasst wurden lokale und systemische Symptome, die in den 7 Tagen nach der Erst- und der Auffrischimpfung von den Teilnehmern berichtet wurden.

In der Impfgruppe, die den gleichen Impfstoff erhielt, gab es bei BionTech stärkere Nebenwirkungen nach der Auffrischungsdosis und bei AstraZeneca eine stärkere Reaktion nach der ersten Impfdosis.

 

Mehr Nebenwirkungen bei zwei Impfstoffen

Bei der Kombination der Impfstoffe (AstraZeneca plus BionTech oder BionTech plus AstraZeneca) gab es mehr Nebenwirkungen bei der Auffrischungsdosis, als wenn der selbe Impfstoff gegeben wurde. So berichteten 34 Prozent und 41 Prozent über Fieber verglichen mit 11 Prozent und 21 Prozent in der Gruppe mit einem Impfstoff. Ein ähnlich höheres Risiko wurde bei Schüttelfrost, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Unwohlsein und Muskelschmerzen beobachtet.

Es gab aber keine Krankenhauseinweisungen aufgrund von Symptomen, und der größte Teil der Impfreaktionen wurde 48 Stunden nach der Immunisierung beobachtet. Fazit der Wissenschaftler: Die Corona-Impfung mit zwei verschiedenen Impfstoffen ist sicher.

Kombi-Gruppe nahm öfter Paracetamol

Die Teilnehmer wurden darauf hingewiesen, dass Paracetamol die Nebenwirkungen des Impfstoffs verringern könnte, sie wurden jedoch nicht aktiv zur prophylaktischen Behandlung angehalten. Paracetamol binnen 48 Stunden nach der zweiten Impfung verwendeten 36 Prozent und 41 Prozent der Empfänger desselben Impfstoffs, bei den Empfängern zweier Impfstoffe waren es 57 und 60 Prozent.

Die Teilnehmer der im Fachmagazin Lancet erschienenen Studie waren über 50 Jahre alt, bei jüngeren Menschen könnten die Reaktionen ausgeprägter sein, schreiben die Forscher. An einer weiteren Gruppe untersuchten sie die Wirksamkeit der Impfstoff-Kombinationen, die Ergebnisse werden voraussichtlich im Juni 2021 verfügbar sein.

Foto: Adobe Stock/Freedomz

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Corona-Impfung

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Gesundheitsversorgung findet immer um die Ecke statt. Entschieden und geregelt wird aber immer mehr in bürgerfernen Krankenhaus- oder Kassenzentralen oder von der Politik in den Hauptstädten von Bund und Ländern. Bei einer Podiumsdiskussion auf dem Demografiekongress in Berlin fanden überraschend viele Teilnehmer, dass das nicht die Zukunft sein kann.


Die Angst vor Spinnen gehört zu den häufigsten Phobien. Eine neue App aus der Schweiz soll Abhilfe schaffen. In einer Studie habe sich die Augmented-Reality-App bereits bewährt, teilen die Entwickler von der Universität Basel mit.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin