. Legionellose

Mehr Legionellen-Erkrankungen bei Dubai-Reisenden

Bei Reiserückkehrern aus Dubai treten seit einiger Zeit gehäuft Fälle von Legionellosen auf. Davor warnt das European Centre for Disease Prevention an Control (ECDC). Zwei Erkrankte sind bereits verstorben.
Legionellose

Eine Infektion mit Legionellen kann lebensbedrohlich sein

Seit Oktober 2016 wird eine Häufung von Legionellen-Erkrankungen bei Reiserückkehrern aus Dubai beobachtet. Nach Angaben des European Centre for Disease Prevention an Control (ECDC) wurden seitdem über 60 Erkrankungen nach Aufenthalten in der Stadt registriert. Die meisten Betroffenen kamen aus Großbritannien, gefolgt von Schweden, Deutschland und den Niederlanden. Zwei Patienten sind an den Folgen der Infektion verstorben. Die Erkrankung war jeweils zwei bis zehn Tage nach dem Aufenthalt in Dubai aufgetreten.

Bei Atemwegsbeschwerden einen Arzt aufsuchen

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet über gehäufte Legionellen-Erkrankungen bei Reisenden, die aus Dubai zurückgekehrt sind. Die Infektionsquelle konnte bisher nicht ausgemacht werden. Wie das ECDC berichtet, sind sanitäre Anlagen in den Hotels, in denen die Patienten übernachtet haben, sowie Kühlanlagen und öffentliche Brunnen von den Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate untersucht worden - ohne Ergebnis. Die Feintypisierung der Erreger bei den Patienten habe einen für das Land typischen Stamm ergeben sowie einen damit verwandten neuen Stamm.

Das RKI rät Reiserückkehrern, bei denen Atemwegsprobleme auftreten, zum Arzt zu gehen. Bestehe dann der Verdacht auf eine atypische Pneumonie, sollten die Betroffenen gezielt auf Legionellen untersucht werden. Zudem hat das RKI für Gesundheitsämter und Landesstellen einen standardisierten Fragebogen zur Verfügung gestellt.

 

Legionellen-Erkrankungen verlaufen höchst unterschiedlich

Die Folgen einer Infektion mit Legionellen können sehr verschieden sein. So kann eine Legionellose völlig unbemerkt bleiben, grippeähnliche Symptome auslösen, aber auch zu einer lebensgefährlichen Lungenentzündung führen. Einen relativ milden Verlauf nimmt das sogenannte Pontiac-Fieber, das nach etwa ein bis zwei Tagen nach der Infektion auftritt. Dabei kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Halsschmerzen, Schwindel, Kopf- und Gliederschmerzen. In der Regel erholen sich die Betroffenen innerhalb weniger Tage vollständig.

Eine lebensgefährliche Folge einer Infektion mit Legionellen ist die Legionärskrankheit. Hier kommt es etwa zwei bis zehn Tage nach der Infektion zu Symptomen wie Fieber, Unwohlsein, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Atemnot. Auch Bauchschmerzen und Durchfall können auftreten. Schließlich tritt eine Lungenentzündung auf, die – vor allem bei chronisch kranken und geschwächten Patienten – lebensbedrohlich sein kann. In den meisten Fällen kann die Erkrankung jedoch mit geeigneten Medikamenten erfolgreich zurückgedrängt werden.

Foto: © psdesign1 - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Vogelgrippe , Tuberkulose , Malaria , Influenza , Hepatitis , Coronavirus , Lungenentzündung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Infektionskrankheiten

| Das Denguefieber ist schon länger keine reine Tropenkrankheit mehr. Auch für Europa erhöht sich das Risiko für Ausbrüche von Dengue, aber auch von Chikungunya-, Zika- oder Gelbfieber. Mücken mit dem Denguefieber-Virus wurden nun auf Fuerteventura entdeckt.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Dank Corona-Krise ist die Luft in Städten besser geworden. Die Verwendung von umwelt- und klimaschädlichen Einwegverpackungen ist dagegen in die Höhe geschnellt. Jeder Kaffee aus einem plastikbeschichteten Pappbecher ist ein Kontakt zu Chemikalien, die gesundheitsschädlich sind, warnt die Deutsche Umwelthilfe: für Erwachsene und Jugendliche – und sogar für ungeborene Kinder.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.