. Gefährlicher Alkoholgenuss

Mehr Krebs bei Trinkern

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebs. Einer neuen europäischen Langzeitstudie zu Folge ist der Alkoholkonsum für etwa einen von zehn Krebsfällen bei Männern und einen von 33 Krebsfällen bei Frauen verantwortlich. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam hatte die Daten ausgewertet und die Ergebnisse jetzt veröffentlicht.*
Alkoholkonsum und Krebs

„Alkohol begünstigt Krebs“ (Foto: © Gerd Altmann/ PIEXELIO)

Die Ergebnisse basieren zum Grossteil auf den Daten von 363.988 männlichen und weiblichen EPIC-Studienteilnehmern aus Dänemark, Frankreich, Griechenland, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien und Grossbritannien. Die Mehrzahl der alkoholbedingten Krebsfälle ist dabei auf einen Konsum zurückzuführen, der über die von den Gesundheitsorganisationen empfohlene Menge hinausgeht. Diese liegt bei Männern bei zwei Gläsern und bei Frauen bei einem Glas Wein oder Bier pro Tag.


Im Jahr 2008 war bei Männern der Alkoholkonsum für fast insgesamt 57.600 Krebserkrankungen des oberen Verdauungstraktes, des Darms und der Leber verantwortlich. Dabei waren ca. 33.000 dieser Fälle auf einen Konsum von mehr als zwei alkoholischen Getränken pro Tag zurückzuführen. Bei den Frauen bedingte Alkoholkonsum im Jahr 2008 insgesamt etwa 21.500 Krebserkrankungen des oberen Verdauungstraktes, des Darms, der Leber und der Brust. 17.400 der Erkrankungsfäll waren auf einen übermässigen Konsum, d. h. mehr als ein Glas pro Tag, zurückzuführen.

Alkohol und Krebs

"Nach unseren Ergebnissen wären bereits sehr viele Krebsfälle vermeidbar, wenn die Empfehlungen der Gesundheitsorganisationen berücksichtigt würden", sagt Madlen Schütze, Erstautorin der Studie und Epidemiologin am DIfE. "Noch mehr Krebserkrankungen liessen sich vermeiden, wenn jeder ganz auf Alkohol verzichten würde".

Schon lange gilt der ursächliche Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum und dem Auftreten von Krebserkrankungen der Leber, der Brust, des Darms und des oberen Verdauungstraktes als wissenschaftlich belegt. Bislang fehlten aber genaue Zahlen.

Die Abteilung Epidemiologie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) führte in enger Zusammenarbeit mit dem Centre for Addiction and Mental Health (CAMH), Toronto, Kanada, die Datenauswertung durch. Nach Aussagen der Wissenschaftler gehört Europa zu den Regionen mit dem höchsten Alkoholkonsum pro Kopf. Etwa 6,5 Prozent aller Todesfälle sind in Europa auf das Trinken von Alkohol zurückzuführen.

* Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift British Medical Journal

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