, aktualisiert: 
. Infektionskrankheiten

Mehr Krätze-Fälle in NRW gemeldet

Die Zahl der Ansteckungen mit Krätze ist in Nordrhein-Westfalen stark angestiegen. Vermehrt wurden Fälle aus Kitas und Schulen gemeldet. Das berichten verschiedene Zeitungen.
Krätze

Krätze steigt sich unter anderen durch starken, insbesondere nächtlichen Juckreiz

In der Städteregion Aachen sind derzeit 316 Fälle gemeldet. 2013 waren es noch elf. Im Kreis Düren sind es mit 103 Fällen fünf Mal mehr als 2013 (20). Das berichtet die Aachener Zeitung. Auch in Köln gingen die Zahlen nach oben: Von 39 (2014) und 43 (2015) auf 65 (2016). Das sagte die Leiterin des Kölner Gesundheitsamtes, Dr. Anne Bunte, dem Kölner Express. Gemeldet werden müssen nur Fälle aus Gemeinschaftseinrichtungen wie Altenheimen, Kindergärten, Schulen oder Krankenhäuser.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein konstatierte laut Aachener Zeitung eine Verdreifachung bei den Verschreibungen der Creme Infectoscab (Wirkstoff: Permethrin). Die wird gegen die hoch ansteckende, durch Krätzmilben übertragene Hautkrankheit eingesetzt. Von 14.950 Rezepten (1. Halbjahr 2013) stieg die Zahl auf 41.191 Rezepte (1. Halbjahr 2016)

Seit Mai 2016 gibt ein neues Medikament, das einfacher anzuwenden ist, als die bislang verordneten Cremes: Der Wirkstoff Ivermectin wird einmal als Tablette eingenommen. Zahlen über entsprechende Verordnungen liegen der KV aber noch nicht vor, so die Aachener Zeitung.

Mehr Krätze-Fälle in NRW

Die Krätze (Skabies) zeigt sich zwei bis fünf Wochen nach der Ansteckung  durch einen juckenden Hautausschlag. Krätzmilben verbreiten sich besonders dort, wo Menschen auf engem Raum zusammen leben. Schlechte hygienische Verhältnisse seien weniger ausschlaggebend, heißt es auf dem Infoportal derma.plus.

Zu der Zunahme der Krätze-Fälle in Nordrhein-Westfalen gibt es bislang keine Ursachenforschung. Einen Zusammenhang mit den Massenunterkünften, in denen viele Flüchtlinge nach wie vor leben, sehen Mediziner nicht. Das NRW-Gesundheitsministerium erklärte auf Anfrage der Aachener Zeitung, die Zahlen seien im Verhältnis zur Bevölkerung immer noch für „sehr gering“ und „nicht besorgniserregend“.

Krätze nicht mit atopischem Ekzem verwechseln

Prof. Regina Fölster-Holst von der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein warnt, die äußerlichen Symptome der Krätze könnte auch mit einem atopischen Ekzem verwechselt werden. Das berichtet die Fachzeitschrift hautnah dermatologie. Bei einer plötzlich auftretenden Dermatose mit starkem, insbesondere nächtlichen Juckreiz sollte daher stets auch an Skabies gedacht werden.

Die Milben werden über engen Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen. Wichtig sei daher eine gleichzeitige Behandlung von Kontaktpersonen, um einen Ping-Pong-Effekt, also eine wechselseitige erneute Ansteckung, zu vermeiden. Schutzmaßnahmen im Vorfeld sind kaum möglich, da Krätze bereits unbemerkt vor Beginn der Beschwerden übertragen werden kann.

Erkrankte dürfen Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen

Personen, die an Krätze erkrankt sind oder bei denen der Verdacht auf Krätze besteht, dürfen nach den Regeln des Infektionsschutzgesetzes Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen.

Betroffene müssen die Gemeinschaftseinrichtung über die Erkrankung und auch über den Verdacht informieren. Diese informiert das zuständige Gesundheitsamt über die Erkrankung beziehungsweise den Verdacht. Das Gesundheitsamt oder der behandelnde Arzt legt fest, wann Betroffene die Gemeinschaftseinrichtung wieder besuchen dürfen.

Foto: miamariam/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Infektionskrankheiten

| Das Denguefieber ist schon länger keine reine Tropenkrankheit mehr. Auch für Europa erhöht sich das Risiko für Ausbrüche von Dengue, aber auch von Chikungunya-, Zika- oder Gelbfieber. Mücken mit dem Denguefieber-Virus wurden nun auf Fuerteventura entdeckt.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Keine Altersgruppe wächst so schnell wie die der Hochbetagten. Viele, die auf die 100-Jahre-Marke zusteuern, verfügen über eigene Ideen und Strategien für ein gutes Altern. Die Wissenschaft, kritisiert jetzt eine der wenigen Altersforscherinnen, habe dies bisher aber so gut wie übersehen.
Autismus ist eine neurologische Entwicklungsstörung. Betroffene haben unter anderem Schwierigkeiten mit der sozialen Interaktion und neigen zu stereotypen Verhaltensmustern. Nun hat eine Studie gezeigt, dass der Einsatz von Neurofeedback dazu beitragen kann, die Symptome zu lindern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Evangelisches Geriatriezentrum Berlin gGmbH, Reinickendorfer Straße 61, 13347 Berlin

Anzeige
 

. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Kliniken
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.