Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Mehr Hygiene ist zentral für Patientensicherheit

Donnerstag, 17. September 2015 – Autor: Angela Mißlbeck
Viele Krankenhausinfekte sind vermeidbar. Darauf weist das Aktionsbündnis Patientensicherheit im Vorfeld des ersten Internationalen Tages der Patientensicherheit hin, den das Bündnis zusammen mit seinen Partnern in der Schweiz und Österreich für den 17. September ausgerufen hat.
Mehr Patientensicherheit durch mehr Klinikhygiene

Konsequente Hygiene steigert die Patientensicherheit und senkt Infektionsrisiken – Foto: Tom-Hanisch - Fotolia

Zwischen 400.000 und 600.000 Patienten infizieren sich nach Angaben des Aktionsbündnisses in deutschen Krankenhäusern jedes Jahr mit Keimen. Eine entzündete Operationswunde, ein infiziertes künstliches Hüftgelenk oder eine Pneumonie können die unerwünschte Folgen sein. Besonders treffen diese Komplikationen alte und sehr junge Patienten, chronisch Kranke und durch große Operationen Geschwächte.  Für mindestens 7500-15.000 der Betroffenen ende die Infektion tödlich. Ein Drittel der Infektionen gilt den Angaben zufolge als vermeidbar.

Infektionen mit sorgfältiger Krankenhaushygiene vermeiden

An der Infektionsprävention will das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) daher mit seinem 1. Internationalen Tag der Patientensicherheit ansetzen. „Patienten sind auf die Sorgfalt Dritter bei der Durchführung der Krankenhaushygiene angewiesen“, sagt Professor Hartmut Siebert, stellvertretender Vorsitzender des APS. Trotz der Fortschritte in den letzten Jahren sieht er noch Handlungsbedarf auf allen Ebenen. Das APS unterstützt zum Thema Hygiene und Infektionsprävention unter anderem die „Aktion saubere Hände“. Zudem hat das Bündnis ein neues Positionspapier mit dem Titel „Infektion Prävention Initiative“ (IPI) entwickelt. Darin wird die für Klinikhygiene notwendige Personalausstattung thematisiert.

Mit dem 1. Internationalen Tag der Patientensicherheit möchte das APS auf die vielen Initiativen und Fortschritte in Kliniken, Praxen oder Pflegeeinrichtungen hinweisen und dafür sorgen, dass sie in die Breite getragen werden und systematisch Anwendung finden können. Weit über 170 Einrichtungen des Gesundheitswesens, Krankenkassen, Patientenorganisationen, Unternehmen und Institutionen beteiligen sich bundesweit an dem Aktionstag.

 

23 Millionen Händedesinfektion pro Jahr bei Vivantes in Berlin

In Berlin wirkt unter anderem der kommunale Klinikkonzern Vivantes mit. Rund 70.000 Liter Händedesinfektionsmittel werden dort pro Jahr verbraucht. Das entspricht laut Vivantes mehr als 23 Millionen Händedesinfektionen. Als APS-Gründungsmitglied veranstaltet Vivantes am 17. September eine berlinweiten Info-Kampagne zum Thema „Händehygiene“. An vier großen Einkaufszentren werden Tücher zur Händedesinfektion und Wunddesinfektionsfläschen verteilt und über die Bedeutung von Hygiene informiert.

Hedwig François-Kettner, Vorsitzende des APS, freut sich über die rege Beteiligung an dem Aktionstag. Ihr Appell: „Der Kampf gegen Keime ist ein Kampf an vielen Fronten und geht jeden an. Alle Akteure sollten hier deshalb ihre Verantwortung wahrnehmen: Gesetzgeber, Kostenträger, Krankenhausträger, Industrie, Ärzte, Pfleger, Patienten und Angehörige.“

Foto: Tom-Hanisch - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik
 

Weitere Nachrichten zum Thema Mit Händehygiene gegen Klinikkeime

Nicht nur Ärzte und Pfleger müssen auf sorgfältige Händehygiene achten, um Klinikinfektionen besonders mit multiresistenten Keimen zu vermeiden. Auch die Patienten sollten dazu angehalten werden. Das ist das Ergebnis einer US-Studie, die im Vorfeld des Welthändehygienetages am 5. Mai erschien.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Während es die Evolution so eingerichtet hat, dass Babys gern geknuddelt werden, um sich gesund zu entwickeln, sind Berührungen unter Erwachsenen nicht mehr so selbstverständlich. Dabei sind für sie genauso wichtig und gesund. Beispiel: Stressabbau.

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin