. Demografischer Wandel

Mehr Gesundheitskompetenz für ältere Menschen!

Alle reden vom mündigen Patienten – doch der Weg zu mehr Gesundheitsbildung und –kompetenz ist schwer. Ein Projekt der Jacobs University Bremen erforscht, wie Patienten besser informiert werden können.
Gesundheitsbildung bei Älteren

Auf welchen Wegen erreicht man ältere Menschen am besten?

Im Rahmen eines neuen, mit 2,9 Millionen Euro geförderten EU-Projektes, befassen sich Gesundheitspsychologen der Jacobs University Bremen mit der Frage, wie die Gesundheitskompetenz insbesondere auch von älteren Menschen gestärkt werden kann. Gesucht werden effektive Programme aus dem Bereich der Krankenkassen, sowie Arbeit und Rehabilitation. „Uns interessiert, auf welchen Wegen man ältere Menschen am besten erreichen kann – und wie ein gutes Gesundheitsförderungsprogramm für diese Zielgruppe aussehen könnte“, sagen die Studienleiterinnen Juliane Paech und Sonia Lippke. Denn obwohl Gesundheit einen hohen Stellenwert im Leben jedes Einzelnen und in der Gesellschaft einnehme, seien Kenntnisse und Kompetenzen zum Thema Gesundheit oft begrenzt oder von vielen Unsicherheiten geprägt, so die Wissenschaftlerinnen. Auch gelinge es vielen Menschen nicht, das vorhandene Wissen für sich und ihre Gesundheit zu nutzen.

Ältere Menschen: Trotz Einschränkungen mitten im Leben  – ein Projekt zeigt, wie’s geht

Die Jacobs University ist als einer von 23 Kooperationspartnern an der groß angelegten europäischen Studie beteiligt. Ziel des auf drei Jahre angelegten EU-Projektes mit dem Namen IROHLA (Intervention Research on Health Literacy among Ageing Population) ist es,  Gesundheitskenntnisse und Gesundheitskompetenzen insbesondere bei älteren Menschen zu verbessern. Europaweit werden bereits bestehende Programme beispielsweise zur Gesundheitsförderung analysiert und evaluiert. Ein besonderer Fokus liegt dabei auch auf der sozialen Teilhabe.

Als Beispiel nennen die Forscher das britische Projekt CareOnLine, bei dem ältere Menschen zuhause im Umgang mit Computer und Internet geschult werden. Damit könne ihnen trotz gesundheitlicher Einschränkungen der Zugang zum gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden – zum Beispiel über Online-Shopping, Skypen oder einfach durch die gezielte Suche nach Informationen im Netz. „So können ältere Menschen den Kontakt zu Freunden und Verwandten halten, auch, wenn sie das Haus nicht mehr verlassen können“, betonen die Wissenschaftler.

Gesundheitsförderung: Deutschland und England sind Vorreiter

Paech und Lippke haben mit ihrer Arbeitsgruppe bereits über 40 Programme aus den USA, Australien und Europa unter die Lupe genommen. Ihr erster Eindruck: Gerade auf internationaler Ebene gibt es im sozialen Sektor noch nicht viele Programme für ältere Menschen, die auf Gesundheit ausgerichtet sind  - Deutschland sei hier mit Großbritannien Vorreiter. „Es ist beeindruckend, welch gute Angebote es im deutschen Raum gibt“, so Paech. Leider seien viele von ihnen aber noch nicht wissenschaftlich evaluiert. Was sich durch die europaweite Studie ja ändern könnte.

Foto: contrastwerkstatt - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke

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