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21.09.2020

Mehr FSME-Fälle in Deutschland – jetzt mit Impfung beginnen

In der aktuellen Zecken-Saison gab es 14 Prozent mehr FSME-Fälle als 2018, dem Jahr mit der bisherigen Höchstzahl. In diesen Tagen sollte mit der Impfung gegen die gefährliche Viruserkrankung begonnen werden.
FSME-Impfung, Impfen, Impfpass

Eine Impfung bietet den einzigen Schutz gegen die von Zecken übertragene FSME

In der aktuellen Zeckensaison ist die Zahl der FSME-Erkrankungen laut Robert Koch-Institut (RKI) um 14 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018 gestiegen, in dem die bisherige Höchstzahl erreicht wurde. Insbesondere Baden-Württemberg und Bayern zeigen hohe Fallzahlen.

Die meisten Betroffenen waren nicht oder nur unzureichend geimpft. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät, mit einer Grundimmunisierung für das kommende Jahr bereits jetzt zu beginnen. Damit können alle drei notwendigen Impfdosen vor der nächsten Zeckensaison verabreicht werden.

Mehr FSME-Fälle in Deutschland

Bislang wurden 535 Erkrankungen an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) an das RKI gemeldet (Stand: 7. September 2020). Damit liegt die Zahl im Vergleich zum Jahr 2018, das mit 468 Fällen den bisherigen Höchststand aufweist, im Vergleichszeitraum um 14 Prozent höher.

Als Ursachen dafür, dass es mehr FSME-Fälle in Deutschland gibt, sieht das RKI einerseits ein durch die Corona-Pandemie verändertes Freizeitverhalten, bei dem Menschen sich durch vermehrte Aufenthalte im Freien auch stärker dem Risiko einer Zeckeninfektion aussetzen. Andererseits seien in den bekannten Risikogebieten in diesem Jahr mehr Zecken im Erwachsenenstadium ihrer Entwicklung gefunden worden - also in dem Stadium, in dem sie bei einem Biss eine höhere Virusrate übertragen.

 

Drei Impfstoffdosen notwendig

"Wir halten es unabhängig von den jährlichen Zahlen für ratsam, dass sich Menschen in Deutschland, insbesondere in den Risikogebieten, impfen lassen", sagt Prof. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin, in einer Pressemitteilung.

Für einen verlässlichen und langdauernden FSME-Schutz sind drei Impfstoffdosen notwendig, die im Abstand von mindestens 14 Tagen (erste und zweite Dosis) und dann nach fünf bis zwölf Monaten (dritte Dosis) verabreicht werden. Ein vorübergehender Schutz besteht bereits circa 14 Tage nach der zweiten Impfung. "Mit Blick auf den Schutz vor FSME im kommenden Jahr sollte man mit dieser dreistufigen Impfung bereits jetzt beginnen", rät der Experte. 

Virus greift Gehirn, Hirnhäute und Rückenmark an

Die ersten Anzeichen der Frühsommer-Meningoenzephalitis zeigen sich zwei bis drei Wochen nach einer Übertragung des FSME-Virus durch eine Zecke in Form grippeähnlicher Symptome. In schweren Fällen greift das Virus Gehirn, Hirnhäute und Rückenmark an, es kann zu Lähmungen, Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen kommen.

Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Menschen mit Zeckenexposition in den FSME-Risikogebieten in Deutschland empfohlen. Zu den Bundesländern mit dem höchsten FSME-Übertragungsrisiko zählen Bayern und Baden-Württemberg. Aber auch Südhessen, das südöstliche Thüringen und Sachsen sind betroffen, ebenso weitere Landkreise  - insgesamt 164 bundesweit.

Foto: Adobe Stock/Klaus Eppele

Autor: bab
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