. Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Mehr Fett erlaubt: Die zehn neuen Ernährungsregeln

Etwas in die Jahre gekommen waren die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Nun wurden die zehn Regeln aktualisiert. Jetzt ist mehr Fett erlaubt, zum Beispiel in Form von Rapsöl.
Im September 2017 hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ihre zehn Regeln aktualisiert. Vollkornprodukte sind unter den Top ten.

Im September 2017 hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ihre zehn Regeln aktualisiert. Vollkornprodukte sind unter den Top ten.

Regelmäßig erscheinen neue Erkenntnisse zur Ernährung. So gilt mittlerweile die mediterrane Kost als das Non plus ultra zur Prävention von vielen Krankheiten, einschließlich Diabetes, Alzheimer und Krebs. In der Mittelmeerdiät finden sich hauptsächlich Obst, Gemüse, Olivenöl und Fisch; rotes Fleisch und Kartoffeln kommen darin nur in Maßen vor. Dagegen hatte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bislang eine reichliche Zufuhr von Kohlehydraten empfohlen – jeder kennt noch die alte Ernährungspyramide, in der Brot, Reis, Nudeln und Kartoffeln den Boden der Ernährung bilden. Viele Experten betrachteten dies für überholt.

Den wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst

Jetzt hat die DGE ihre Empfehlungen den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst. Die Zehn Ernährungsregeln fassen kurz und prägnant praktische Empfehlungen für eine optimale Lebensmittelauswahl zusammen und geben den Verbrauchern einfache Verhaltensregeln an die Hand. Die wichtigste Neuerung ist, dass mehr Fett empfohlen wird und bei Getreide Vollkornprodukte zu bevorzugen sind (statt Weißmehl).

Laut DGEsollte sich jeder abwechslungsreich ernähren, wobei pflanzliche Lebensmittel den größten Anteil ausmachen sollten. Zu bevorzugen seien Gemüse, Obst und Vollkornprodukte. Hinzu kommen ausreichend Milchprodukte und Fisch, ergänzt durch wenig Fleisch.

 

Auch das Fett sollte aus Pflanzen stammen

Fett darf künftig vermehrt auf dem Speiseplan stehen. Allerdings sollten gesundheitsfördernde Fette genutzt werden. Das sind keine tierischen Fette, sondern pflanzliche Öle wie beispielsweise Rapsöl und daraus hergestellte Streichfette, hebt die DGE hervor. Auch Olivenöl und Walnussöl gelten als besonders gesund. 

Noch deutlicher als bisher wird von Zucker und Salz abgeraten. Besonders zuckergesüßte Lebensmittel und Getränke sowie salzreiche Produkte gelte es zu vermeiden.

Bei den Getränken steht klares Wasser an erster Stelle, gefolgt von anderen kalorienfreien Getränken wie ungesüßte Tees.

Die DGE empfiehlt außerdem Lebensmittel schonend zuzubereiten, das heißt zum Beispiel kein scharfes Anbraten oder Gemüse nicht zu überkochen, weil dann Nährstoffe verloren gehen. Außerdem sollte man sich Zeit fürs Essen nehmen und ausreichend Bewegung in den Alltag einbauen.

Die aktualisierten 10 Regeln lauten:

  1. Lebensmittelvielfalt genießen
  2. Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag“
  3. Vollkorn wählen
  4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen
  5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen
  6. Zucker und Salz einsparen
  7. Am besten Wasser trinken
  8. Schonend zubereiten
  9. Achtsam essen und genießen
  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben

Foto: © drubig-photo - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Prävention und Reha
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