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Mehr Aufmerksamkeit für altersabhängige Makuladegeneration gefordert

Seit einigen Jahren kann die aggressivste, feuchte Ausprägung der altersabhängigen Makuladegeneration effektiv therapiert werden. Um die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen, ist jedoch ein regelmäßiger Augen-Check wichtig. Darauf weisen Experten anlässlich des Sehbehindertentages am 6. Juni hin.
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Die AMD ist eine verbreitete Augenerkrankung im Alter

Etwa 4,5 Millionen Deutsche sind von der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) betroffen. Dabei kommt es zu einem fortschreitenden Verlust der Sehschärfe. Unterschieden werden verschiedene Ausprägungen, unter anderem die trockene und die feuchte AMD. Letztere betrifft etwa 15 Prozent der AMD-Erkrankten, macht jedoch den Großteil aller Fälle mit starker Sehminderung durch altersabhängige Makuladegeneration aus. Seit etwa zehn Jahren kann die Erkrankung mit Medikamenten behandelt werden. Wichtig ist es dafür jedoch, regelmäßig die Sehkraft beim Augenarzt überprüfen zu lassen. Darauf machen anlässlich des Sehbehindertentages am 6. Juni 2017 das AMD-Netz, der Berufsverband der Augenärzte (BVA), der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und PRO RETINA Deutschland aufmerksam.

Feuchte Form der AMD ist behandelbar

Bei der feuchten Form der altersabhängigen Makuladegeneration wachsen Blutgefäße aus der Aderhaut unter die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens. Aus diesen undichten Gefäßen tritt Flüssigkeit aus. Die durch die feuchte AMD bedingten irreversiblen Veränderungen in der Netzhaut führen zu einer schnellen Verschlechterung der Sehfunktion. Erstes Anzeichen einer feuchten AMD ist oftmals ein verzerrtes Sehen. So werden gerade Linien krumm und gebogen wahrgenommen oder es entstehen Unschärfen oder dunkle Flecken in der Mitte des normalen Sehfeldes. Im weiteren Verlauf fällt es Betroffenen immer schwerer, Gesichter oder Buchstaben zu erkennen.

Dennoch gibt es auch Hoffnung. Denn die feuchte Form der AMD kann seit zehn Jahren mit intravitrealen operativen Medikamentengaben (IVOM) behandelt werden. Hierbei werden sogenannte VEGF-Hemmer mit einer feinen Nadel direkt in den Glaskörper im Augeninneren injiziert. VEGF-Hemmer sind Stoffe, die sich gegen Wachstumsfaktoren richten, die für die Neubildung von Blutgefäßen verantwortlich sind. „Bei vielen Patienten, denen erstmals eine IVOM verordnet wird, steigt die Sehschärfe in der Upload-Phase, also den ersten drei Medikamentengaben, wieder etwas an“, erläutert Professor Bernd Bertram, Vorsitzender des BVA. „Im weiteren Verlauf gilt es, das Sehvermögen mit so vielen Injektionen wie nötig, aber so wenigen wie möglich zu erhalten.“ Die Wirkung dieser Behandlung ist in großen Studien gesichert.

Regelmäßiger Gang zum Augenarzt wichtig

Für viele Patienten mit feuchter AMD ist diese Therapie dauerhaft und mit häufigen Terminen beim behandelnden Augenarzt verbunden. Professor Daniel Pauleikhoff, Zweiter Vorstandsvorsitzender des AMD-Netzes, macht seinen Patienten jedoch immer wieder deutlich, wie wichtig die regelmäßigen Medikamentengaben und Kontrollen sind: „Die Medikamente wirken nur eine bestimmte Zeit, in der Regel sind wiederholte Injektionen und eine jahrelange Behandlung erforderlich. Die Therapie bietet jedoch gute Aussichten für einen Erhalt der Sehfunktion.“

Experten raten, bei Symptomen wie verzerrtem Sehen unverzüglich einen Augenarzt aufzusuchen. „Ob und welche Therapie dann in Frage kommt, muss nach einer sorgfältigen augenärztlichen Untersuchung und einem ausführlichen Gespräch mit dem behandelnden Augenarzt entschieden werden“, sagt Professor Frank G. Holz, Schriftführer der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die DOG rät allen Menschen über 50 Jahren, jährlich zur augenärztlichen Kontrolle zu gehen.

Foto: © DmytroKozak - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
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