. Gemeinsames Krebsregister

Mehr als jeder dritte Berliner erkrankt an Krebs

39 Prozent der Berliner erkranken im Laufe ihres Lebens an Krebs. Bei der Hälfte von ihnen wird eine der vier häufigsten Krebsarten festgestellt. Der durchschnittliche Berliner ist dann 69 Jahre alt.
Laut Gemeinsamen Krebsregister erkranken die Berliner etwas seltener an Krebs als der Bundesdurchschnitt

Laut Gemeinsamen Krebsregister erkranken die Berliner etwas seltener an Krebs als der Bundesdurchschnitt

Zwischen 2009 und 2012 sind in Berlin jährlich durchschnittlich 17.110 Menschen an Krebs erkrankt. Frauen nur unwesentlich öfter als Männer. Das bedeutet, dass in Berlin jährlich etwa bei 500 von 100.000 Einwohnern die Diagnose Krebs gestellt wurde. Im bundesweiten Vergleich ist das wenig: Berücksichtigt man die Altersstruktur, so liegt die Neuerkrankungsrate der Berlinerinnen sechs Prozent unter dem Bundesdurchschnitt und die der Berliner sogar 18 Prozent darunter.

Die Daten stammen aus dem Gemeinsamen Krebsregister (GKR) der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen. Im soeben erschienen Jahresbericht wurden die Ergebnisse für die Jahre 2009 bis 2012 zusammengefasst.

Danach erkranken jeweils 39 Prozent der Berliner im Laufe ihres Lebens an Krebs. Das durchschnittliche Erkrankungsalter beträgt bei Männern und Frauen jeweils 69 Jahre. Das heißt, dass drei Viertel aller Krebserkrankungen jenseits des 60. Lebensjahres auftreten. Weniger als ein Prozent aller Krebsfälle betrifft demnach Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene unter 25 Jahren.

Vier Krebsarten befallen die Hälfte aller Krebspatienten

Dabei sind die Krebsarten sehr ungleich verteilt. Die vier häufigsten Krebsarten Lungenkrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs bei Männern bzw. Brustkrebs bei Frauen machen mehr als die Hälfte aller Neuerkrankungen aus. So erkrankten 19 Prozent der betroffenen Männer an Prostatakrebs, 18 Prozent an Lungenkrebs und 13 Prozent an Darmkrebs. Bei Frauen stand Brustkrebs mit 30 Prozent an erster Stelle. Gefolgt von Darm- und Lungenkrebs mit jeweils zwölf Prozent. Auffällig gegenüber den anderen östlichen Bundesländern ist die hohe Lungenkrebsrate bei den Berlinerinnen. Statt zwölf Prozent lag die Lungenkrebsrate bei Frauen des gesamten GKR-Gebietes im Schnitt bei nur sieben Prozent.

Enormer Anstieg beim 5-Jahres-Überleben

Nicht nur in Berlin, im gesamten GKR-Gebiet haben sich die Überlebensraten für Krebspatienten in den letzten 25 Jahren wesentlich verbessert. Mittlerweile überleben 59 Prozent der männlichen und 64 Prozent der weiblichen Patienten ihre Krebserkrankung mindestens fünf Jahre. Ende der 1980er Jahre konnten dieses Ziel dagegen nur 27 Prozent aller Männer und 41 Prozent aller Frauen erreichen.

Erfreuliches meldet das Krebsregister auch zu den Zahlen bei Magen-, Nieren- und Darmkrebs: Bei allen drei Erkrankungen ist in den letzten zehn Jahren ein Rückgang zu verzeichnen. Bei Männern sinkt zusätzlich die Neuerkrankungsrate von Lungenkarzinomen und Frauen bekommen heute seltener Tumore der Eierstöcke und der Gebärmutter.

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Medizin

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