. Krebstherapie

Megatrend personalisierte Medizin

In den nächsten Jahren werden neue Medikamente die Lebenserwartung von Patienten mit schweren Krebserkrankungen verbessern, verspricht der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen. Eine wesentliche Rolle dabei wird die personalisierte Medizin spielen.

Biochemisches Wissen ermöglicht personalisierte Medizin

„Der Rohstoff unserer Industrie ist biochemisches Wissen.“ Dr. Hagen Pfundner, der Vorsitzende des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) wirbt mit der personalisierten Medizin für ein besseres Verständnis der Chancen, die mit medizinischem Fortschritt einhergehen. Rasant wachsendes Wissen über die molekularen Strukturen des Menschen, die Entschlüsselung des menschlichen Genoms, öffnet der Medizin die Tür zu einem Megatrend: Personalisierte Medizin.

Ein Behandlungskonzept, das einem Medikament eine vorgelagerte Diagnostik an die Seite stellt, einen Vortest, der Patienten schneller zu einer für sie geeigneten Therapie verhelfen soll. Dabei wird nach sogenannten Biomarkern gesucht, also genetische, molekulare und zelluläre Besonderheiten eines Patienten, die vor einer Entscheidung für ein Medikament zeigen sollen, ob das Medikament bei diesem Patienten wirksam ist, ob der Patient die Therapie verträgt und wie das Medikament am besten dosiert wird.

Derzeit sind sechs Medikamente mit einer vorgelagerten Diagnostik im Zulassungsverfahren, 31 werden bereits eingesetzt, davon allein 22 zur Behandlung von Krebserkrankungen.

Fortschritte vor allem in der Onkologie

Die erste Reihe der Onkologen in Deutschland plädiert für den Aufbau von Netzwerken zwischen onkologischen Spitzenzentren und nichtakademischen Krankenhäusern und Praxen, um die personalisierte Therapie in der breiten Versorgung zu etablieren. 

Personalisierte Medizin wird die Kostenstruktur im Gesundheitswesen ändern. Im Juni 2013 hat vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer bei einer Fachtagung des Bundesverbands Managed Care eine Lanze für die personalisierte Medizin gebrochen:  „Für die Vortests muss mehr ausgegeben werden, doch dafür lassen sich therapeutische Fehlversuche und Folgekosten einsparen."

Lösungen für eine älter werdende Gesellschaft

Auch an der Universität Greifswald werden Grundvoraussetzungen geschaffen, um die personalisierte Medizin in der Versorgung zu nutzen. Hier wird GANI_MED koordiniert, der Forschungsverbund „Greifswald Approach to Individualized Medicine“. Für die Forscher dort ist angesichts der demografischen Entwicklung hin zu einer älter werdenden Bevölkerung mit einem Wechsel bei den häufigen Krankheitsbildern ein grundlegender Wandel des deutschen Gesundheitssystems unumgänglich. Die Effektivität der Therapie müsse bei gleichzeitiger Kostenreduzierung gesteigert werden. Dafür sei - neben der Prävention - eine individuell zugeschnittene Medizin ein möglicher Ansatz. 

Foto: © カシス - Fotolia.com

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Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.