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Meditation kann Stress abbauen

Chronischer Stress und seine gesundheitsgefährdenden Folgen greifen immer mehr um sich. Eine Möglichkeit, Stress abzubauen oder ihn gar nicht erst entstehen zu lassen, kann regelmässige Meditation sein.
Václav Hroch / fotolia.com

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Bei einer Meditation empfinden Menschen oft eine grosse Entspannung und ein seelisches Wohlgefühl. Wird ein Meditierender unter medizinischen Bedingungen beobachtet, wird dieser Eindruck bestätigt: Während der Meditation nimmt der Muskeltonus ab, Blutdruck und Atemfrequenz sinken, und die Menge der im Körper zirkulierenden Stresshormone wird reduziert. Der Mensch entspannt sich also, Stress nimmt ab. Studien zeigen zudem, dass Meditation bei verschiedenen mit Stress assoziierten Krankheiten oder Problemen wie Bluthochdruck, Schlafstörungen, Schmerzen und Depressionen helfen oder zumindest unterstützend wirken kann.

Verschiedene Formen der Meditation

Zen, Yoga, Achtsamkeitstraining - Es gibt viele verschiedene Arten der Meditation, die sich bei näherer Betrachtung alle recht stark ähneln und die alle zur Reduktion von Stress beitragen können. Eine populäre Form der Meditation kombiniert fernöstliche Traditionen mit Erkenntnissen der westlichen Medizin: die "Mindfulness-Based Stress Reduction" (MBSR), was so viel heisst wie "Stressbewältigung durch Achtsamkeit". Gegründet wurde sie im Jahre 1970 durch den Amerikaner Jon Kabat-Zinn. Seine Methode fand relativ schnell Eingang in die Behandlungsmethoden von Kliniken und verschiedenem medizinischen Einrichtungen. Heute gilt MBSR als eine der am besten untersuchten Meditationsformen. Die Grundidee des Programms ist, dass Symptome nicht unterdrückt oder bekämpft, sondern nur still und aufmerksam betrachtet werden, wobei man sich jeder positiven oder negativen Beurteilung enthalten soll. Auf fast paradoxe Weise ist es genau dieses Unterlassen eines Urteils, durch das die Symptome dann häufig verringert oder zumindest besser von den Betroffenen akzeptiert werden können.

 

Studien zeigen, dass MBSR Stress reduzieren kann

Neben der Selbstbeobachtung beinhaltet MBSR hauptsächlich Atemübungen, Sitzmeditation und Yoga. Eine Abwandlung ist MBCT ("Mindfulness-Based Cognitive Therapy"), welche auch noch Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie einbezieht. Sie kann nachweislich die Rückfallquote bei depressiven Patienten, die schon mehrere Episoden erlebt haben, reduzieren. In einer Metaanalyse wurden nun 24 Studien, welche die Wirkung von MBSR und MBCT zwischen den Jahren 1980 und 2010 untersucht haben, ausgewertet. Es zeigte sich, dass MBSR und MBCT das Wohlbefinden und die allgemeine Lebensqualität steigern sowie Stress reduzieren konnten. Bei verschiedenen körperlichen Erkrankungen wie Krebs oder Herzproblemen konnten psychische Begleitsymptome wie Depressionen und Angst vermindert werden.

Was genau der Wirkung der Meditation zugrunde liegt, ist noch ungeklärt. Bekannt ist, dass durch das Training automatisierte Reaktionen verändert, negative Grundeinstellungen reduziert und neue Perspektiven ermöglicht werden. Bei der MBSR kann die distanzierte Selbstbeobachtung zu grösserer Selbstakzeptanz und Toleranz anderen gegenüber führen. All dies scheint dazu beizutragen, dass Geist und Körper nicht mehr so schnell in Erregungszustände geraten oder zumindest schneller wieder entspannen können. Dadurch wird wiederum das Wohlbefinden gefördert und Stress mit seinen negativen Folgen reduziert.

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