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11.06.2012, aktualisiert: 30.12.2020

Meditation kann Stress abbauen

Chronischer Stress und seine gesundheitsgefährdenden Folgen greifen immer mehr um sich. Eine Möglichkeit, Stress abzubauen oder ihn gar nicht erst entstehen zu lassen, kann regelmässige Meditation sein.
Meditation

Meditationsübungen können nachweislich zum Stressabbau beitragen.

Immer mehr Menschen fühlen sich gestresst. Eine Möglichkeit der Entspannung ist regelmäßige Meditation. Die positiven Wirkungen sind auch medizinisch nachweisbar: Während der Meditation nimmt der Muskeltonus ab, Blutdruck und Atemfrequenz sinken, und die Menge der im Körper zirkulierenden Stressshormone wird reduziert. Der Mensch entspannt sich also, Stress nimmt ab. Studien zeigen zudem, dass Meditation bei verschiedenen mit Stress assoziierten Krankheiten oder Problemen wie Bluthochdruck, Schlafstörungen, Schmerzen und Depressionen helfen oder zumindest unterstützend wirken kann. Sogar das Immunsystem kann durch regelmäßige meditative Übungen gestärkt werden.

Meditation zum Stressabbau

Zen, Yoga, Achtsamkeitstraining - Es gibt viele verschiedene Arten der Meditation, die sich bei näherer Betrachtung alle recht stark ähneln und die alle zur Reduktion von Stress beitragen können. Eine populäre Form der Meditation ist MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction), zu deutsch: Stressbewältigung durch Achtsamkeit. Sie kombiniert fernöstliche Traditionen mit Erkenntnissen der westlichen Medizin.

Entwickelt wurde die Methode im Jahre 1970 durch den Amerikaner Jon Kabat-Zinn. Relativ schnell fand sie Eingang in die Behandlungsmethoden von Kliniken und verschiedener medizinischer Einrichtungen. Heute gilt MBSR als eine der am besten untersuchten Meditationsformen. Die Grundidee des Programms ist, dass Symptome nicht unterdrückt oder bekämpft, sondern nur still und aufmerksam betrachtet werden, wobei man sich jeder positiven oder negativen Beurteilung enthalten soll. Auf fast paradoxe Weise ist es genau dieses Unterlassen eines Urteils, durch das die Symptome dann häufig verringert oder zumindest besser von den Betroffenen akzeptiert werden können.

 

MBSR wirkt nachweislich

Neben der Selbstbeobachtung beinhaltet MBSR hauptsächlich Atemübungen, Sitzmeditation und Yoga. Eine Abwandlung ist MBCT ("Mindfulness-Based Cognitive Therapy"), welche zusätzlich Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie einbezieht. MBSR und MBCT können nachweislich Stress reduzieren, das Wohlbefinden und die allgemeine Lebensqualität steigert und sogar die Rückfallquote bei rezidivierenden Depressionen senken. Bei körperlichen Erkrankungen wie Krebs oder Herzproblemen kann sie zudem psychische Begleitsymptome wie Depressionen und Angst lindern.

Wirkmechanismen noch ungeklärt

Was genau der Wirkung der Meditation zugrunde liegt, ist noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist, dass durch das Training automatisierte Reaktionen verändert, negative Grundeinstellungen reduziert und neue Perspektiven ermöglicht werden. Bei der MBSR kann die distanzierte Selbstbeobachtung zu größer Selbstakzeptanz sowie Toleranz anderen gegenüber führen.

All dies scheint dazu beizutragen, dass Geist und Körper nicht mehr so schnell in Erregungszustände geraten oder zumindest schneller wieder entspannen können. So wird Stress reduziert und das Wohlbefinden gefördert.

Foto: Václav Hroch / fotolia.com

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