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15.09.2015

Meditation hilft bei Schlafstörungen

Verschiedene Studien haben bereits Hinweise geliefert, dass Meditation bei Schlaflosigkeit ähnlich wirksam ist wie Medikamente, aber ohne deren Nebenwirkungen. Eine amerikanische Forschergruppe hat nun die Wirksamkeit von Meditationen bei Schlafstörungen nachgewiesen.
MBSR bei SChlafstörungen

Meditation kann bei Grübelgedanken helfen

Millionen Deutsche leider unter dauerhaften Schlafstörungen. Die Auswirkungen auf den Alltag sind groß, denn zu wenig oder schlechter Schlaf führt zu Tagesmüdigkeit, rascher Erschöpfbarkeit, verminderter Reaktionsgeschwindigkeit und Antriebsschwäche. Medikamente können zwar kurzfristig beim Ein- und Durchschlafen helfen, doch da sie die Schlafqualität beeinträchtigen und zudem schnell abhängig machen, ändern sie an dem Ausgangsproblem meistens nichts.

Meditation verbessert Schlafqualität

Forscher um David Black von der Universität in Los Angeles haben nun in einer randomisierten kontrollierten Studie untersucht, ob sich Meditation bei älteren Menschen zur Verbesserung des Schlafs eignet. An der Studie nahmen 49 Personen ab einem Alter von 54 Jahren teil, die Probleme beim Ein- oder Durchschlafen hatten sowie eine gewisse Tagesmüdigkeit aufwiesen. Knapp die Hälfte der Teilnehmer wurde in Achtsamkeitsmeditation unterwiesen, und zwar in einer zweistündigen Gruppensitzung einmal pro Woche über sechs Wochen hinweg.

Die andere Gruppe nahm an einem Programm zu Verbesserung der Schlafhygiene teil; dabei wurden sie unter anderem über die Themen Stressentstehung und Stressbewältigung informiert. Nach sechs Wochen konnten die Forscher deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen feststellen. Zwar hatte sich bei allen Teilnehmern die Schlafqualität gebessert, doch in der Meditationsgruppe war die Verbesserung signifikant größer. Besonders die Tagesmüdigkeit hatte sich bei den meditierenden Patienten verbessert, während sie sich in der Kontrollgruppe nur leicht verringert hatte. Auch auf Ängste und Stresswahrnehmung hatte die Meditation einen positiven Einfluss, allerdings keinen so deutlichen wie auf die Tagesmüdigkeit und die Schlafqualität. Auch depressive Symptome wurden nur wenig deutlicher gelindert als in der Gruppe ohne Meditationsübungen.

 

Schlafstörungen: Achtsamkeitsmeditation ähnlich wirksam wie Medikamente

Insgesamt zeigten sich die Meditationsübungen bei Schlafstörungen ähnlich wirksam wie Medikamente oder Psychotherapien. „Wir waren erstaunt darüber, dass der Effekt der Achtsamkeitsmeditation auf die Schlafqualität so groß war“, erklärte Studienautor Black. Die Forscher vermuten, dass neben der Ablenkung von Grübelgedanken auch die verbesserte Wahrnehmung von Körperstimuli dafür verantwortlich ist.

Zwar gibt es verschiedene Meditationstechniken, doch die in der vorliegenden Studie verwendete Technik, die „Mindfulness-Based Stress Reduction“ (MBSR, deutsch: „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“), ist die Meditationsart, die am besten durch wissenschaftliche Studien gesichert ist. Sie kommt ohne religiösen Bezug aus und bildet eine Synthese aus traditioneller Überlieferung und moderner Medizin. Auch in den Alltag deutscher Kliniken und Praxen hat sie bereits Einzug gehalten.

Foto: dampoint/fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
 

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