Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Medikation vor der OP überprüfen macht Arzneimittel-Einnahme sicherer

Montag, 16. September 2019 – Autor:
Patienten, die am Universitätsklinikum Leipzig operiert werden, sprechen zuvor mit dem Klinikapotheker über ihre Medikation. Der korrigiert die Liste bei Bedarf. Das kann die Arzneimittel-Einnahme sicherer machen.
medikamente, arzneimittel, medikation, seniorin

Vor einer OP mit dem Krankenhausapotheker den Medikationsplan zu besprechen hilft Risiken zu erkennen – Foto: ©Karin & Uwe Annas - stock.adobe.com

Patienten, die am Universitätsklinikum Leipzig operiert werden, sprechen zuvor mit dem Klinikapotheker über ihren Medikationsplan. Die Pharmazeuten überpüfen die Liste der Arzneimittel und korrigieren sie bei Bedarf. Das meldet die Klinik zum Welttag der Patientensicherheit am 17. September.

"Viele bringen Medikationspläne mit, die nicht der tatsächlichen Einnahme entsprechen", berichtet Dr. Yvonne Remane, Direktorin der Klinikapotheke, "und vielen ist die Diskrepanz zwischen ihrem Plan und dem, was sie wirklich zu sich nehmen, sogar bekannt."

Doppelmedikation oder unplausible Dosierungen?

Etliche Patienten haben aber auch einfach ihren gesamten Arzneimittelbestand dabei. Bei Unklarheiten telefonieren die UKL-Pharmazeuten dann noch mit dem jeweiligen Hausarzt. Anschließend wird die so erstellte Medikamenten-Liste analysiert.

"Liegen Doppelmedikationen vor, also besitzen zwei Mittel unterschiedliche Namen, aber den gleichen Wirkstoff? Sind alle Dosierungen auch plausibel? Sind die Dosierungen an mögliche Organfunktionsstörungen, beispielsweise an Niere oder Leber, angepasst? Liegen gar Kontraindikationen vor, sollte der Patient das jeweilige Medikament also gar nicht bekommen?", beschreibt Dr. Donald Ranft, Leiter der Abteilung Arzneimittelinformation und Klinische Pharmazie, das Prüfverfahren.

 

Daten gehen an Anästhesist und Operateur

Mit den Antworten auf diese Fragen und den übrigen Rechercheergebnissen stellen die Apotheker den Medikationsplan dann auf am UKL verfügbare Arzneimittel um und geben die Daten an die Anästhesisten und Operateure weiter. Dies alles geschieht meist bei Voruntersuchungen und den Aufklärungsgesprächen.

Die individuell gehaltene Patientenberatung unterscheide das UKL von anderen Kliniken, hebt Dr. Remane hervor. Was verschiedene Fachärzte verschreiben, werde hier oft zum ersten Mal zusammengeführt und transparent gemacht.

Medikation vor OP überprüfen macht Arzneimittel-Einnahme sicherer

Seit 2017 bereits läuft das Projekt zur Verbesserung der Patientensicherheit bei den Chirurgen und seit Januar 2019 auch in der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde. Die Medikation vor der OP zu überprüfen macht nicht nur die Arzneimittel-Einnahme sicherer. So entlasten die Pharmazeuten auch Pflegende und Ärzte.

Das kann Prof. Petra Meier, stellvertretende Direktorin der UKL-Augenklinik, nur bestätigen: "In der Regel haben wir einen sehr hohen Patientendurchsatz mit in der Mehrzahl betagten Menschen, die oft zahlreiche Medikamente einnehmen. Durch die klinischen Pharmazeuten werden zum Teil handschriftliche Zettel und kaum zu scannende Medikationspläne geordnet und bewertet."

Foto: karin & uwe annas/fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arzneimittel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Polymedikation

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin