Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
14.05.2018

Medikamenten-Pass soll Therapie bei Herzschwäche verbessern

Menschen, die Blutverdünner einnehmen, bekommen einen entsprechenden Ausweis. Nun gibt es auch für Patienten mit Herzschwäche einen Medikamenten-Pass. Die Deutsche Herzstiftung gibt das Dokument kostenlos an Herzinsuffizienz-Patienten ab.
Medikamenten-Pass für Herzschwächepatienten der Deutschen Herzstiftung

So sieht der Medikamenten-Pass für Herzschwächepatienten der Deutschen Herzstiftung aus

Herzschwäche ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die eine exakte Medikamenteneinnahme erfordert. Rund 455.000 Menschen kommen wegen einer Herzinsuffizienz jedes Jahr in Deutschland ins Krankenhaus – oft weil Medikamente nicht richtig eingenommen oder vergessen wurden. Ein Medikamenten-Pass soll das jetzt verhindern. Der Pass kann kostenlos bei der Deutschen Herzstiftung unter 069 955128400 oder www.herzstiftung.de/medikamenten-pass angefordert werden.

 

 

Entgleisungen vermeiden

„Bei chronischer Herzschwäche ist eine korrekte Einnahme der Medikamente besonders wichtig, weil diese den geschwächten Herzmuskel entlasten und das Herz vor Stresshormonen schützen. Setzen Betroffene eigenmächtig ihre Medikamente ab oder versäumen mehrmals die Tabletteneinnahme, laufen sie Gefahr, sich in eine lebensbedrohliche Verschlechterung der Herzschwäche hineinzumanövrieren“, warnt Prof. Dr. Thomas Eschenhagen vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Gefährlich sei aber auch eine Überdosierung, etwa von wassertreibenden Diuretika, die zu einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion führten oder zum übermäßigen Verlust von Elektrolyten wie Kalium, Natrium oder Magnesium. Das könne das Auftreten von Herzrhythmusstörungen begünstigen kann. „Und häufig ist nicht bekannt, dass Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen eine Herzschwäche akut verschlechtern können“, sagt der Herzspezialist.

Laut Herzstiftung soll der Medikamenten-Pass dazu beitragen, lebensbedrohliche Wechselwirkungen von Medikamenten und Entgleisungen der Herzschwäche zu vermeiden.

Wenig Salz und mäßige Bewegung

Medikamente sind aber nicht alles. So rät die Deutsche Herzstiftung Patienten mit einer stabilen Herzschwäche zu maßvollen Ausdauertraining etwa Spaziergängen. Wichtig sei auch zu viel Kochsalz zu vermeiden, weil Salz zu Wasseransammlungen und Bluthochdruck führen kann, was wiederum den geschwächten Herzmuskel übermäßig belastet. Überdies sollten Patienten, die zu Flüssigkeitsansammlungen neigen, täglich ihr Gewicht kontrollieren. Eine Gewichtszunahme kann Indiz für die Einlagerung von Wasser im Gewebe sein.

Tipps zum Umgang mit Herzschwäche hat die Stiftung in ihrem Ratgeber „Das schwache Herz: Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz heute“ zusammengefasst. Genau wie der Medikamenten-Pass kann die Broschüre kostenfrei angefordert werden.

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herz , Herzinsuffizienz
 

Weitere Nachrichten zum Thema Herzschwäche

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Ein gutes Patientengespräch kann offenbar postoperative Schmerzen lindern. Das konnten Wissenschaftler jetzt in einer Studie zeigen. Je besser die Patienten in die Schmerztherapie einbezogen wurden, desto seltener wünschten sie zusätzliche Schmerzmittel.


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin