Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
04.08.2019

Medikamente nicht über die Toilette entsorgen

Viele Menschen wissen nicht, wie sie ihre Medikamente entsorgen sollen und kippen sie dann einfach in die Toilette. Doch das ist falsch. Medikamentenreste sollten stattdessen über den Hausmüll entsorgt oder bei Apotheken oder speziellen Sammelstellen abgegeben werden.
Medikamente entsorgen

Medikamente dürfen im Hausmüll entsorgt werden

Medikamentenreste in der Toilette oder im Spülbecken entsorgen? Das ist die denkbar schlechteste Methode, wie die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in einer aktuellen Mitteilung erklärt. Die Annahme vieler Menschen, sie dürften Medikamente nicht im Hausmüll entsorgen, ist hingegen unbegründet. Denn der Hausmüll wird in Müllverbrennungsanlagen verbrannt, bevor mögliche Reste auf Deponien gelagert werden. Werden Medikamente jedoch über die Toilette entsorgt, belastet dies das Grundwasser und schadet der Umwelt.

Arzneimittelreste belasten die Gewässer

Die ABDA betont, dass Medikamentenreste, auch flüssige, niemals über das Abwasser entsorgt werden dürfen. Vielmehr sollen Tabletten in ihren Blistern in den Restmüll gegeben werden – ebenso Cremes in der Tube und flüssige Arzneimittelreste in der Flasche oder Ampulle.

„Es ist erfreulich, dass das Thema Nachhaltigkeit auch bei der Medikamentenentsorgung angekommen ist“, erklärt Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA. Obwohl der Wille also da ist, sind viele Menschen noch nicht ausreichend über das Thema informiert – häufig zum Schaden unserer Gewässer. „Zudem resultiert die Belastung des Grundwassers mit Arzneistoffen nicht nur aus einer falschen Entsorgung“, so Arnold weiter. Einige Verschmutzungswege seien unvermeidbar, zum Beispiel wenn Arzneimittelreste im Körper nicht abgebaut und mit dem Urin ausgeschieden werden. Auch wenn Medikamente auf die Haut aufgebracht werden, gelangen die Arzneistoffe beim Duschen oder Baden zum Teil ins Abwasser. Eine zusätzliche Belastung durch falsch entsorgte Arzneimittelreste ist jedoch nicht nötig.

 

Viele Apotheken nehmen Medikamentenreste an

Medikamentenreste können in der Regel auch in den Apotheken entsorgt werden. Dies ist jedoch ein freiwilliger Service. „Es gibt keine Pflicht einer Apotheke für die Entsorgung“, erklärt der ABDA-Vizepräsident. „Was viele Patienten nicht wissen: Wenn eine Apotheke die Arzneimittelreste annimmt, kann sie sie nicht weiterverwerten. Im Gegenteil, der Apotheker muss für die Entsorgung noch Gebühren bezahlen, denn Arzneimittelreste aus der Apotheke sind Gewerbeabfall.“ Größere Mengen an nicht mehr benötigten Medikamenten nehmen auch Schadstoffsammelstellen an.

Gebrauchte Arzneimittel dürfen auch nicht an Bedürftige gespendet werden, egal ob im In- oder Ausland, betont die ABDA. „Eine hochwertige Arzneimittelversorgung ist bei einer solchen ‚Resteverwertung‘ schlicht unmöglich“, so Arnold. „Neben der fragwürdigen Arzneimittelqualität ist bei solchen Kleinstmengen keine Versorgung mit ausreichenden Mengen in der richtigen Dosierung garantiert. Wer Gutes tun will, sollte an Hilfsorganisationen Geld spenden, aber keine Medikamentenreste.“ 

Hormonpräparate schaden der Tierwelt

Wenn Rückstände von Arzneimitteln in die Umwelt gelangen, ist dies laut ABDA für den Menschen vermutlich nicht gefährlich. Schäden entstehen jedoch für die Pflanzen- und Tierwelt. So können Hormonreste aus der Antibabypille nachweislich zur Verweiblichung männlicher Fische beigetragen. Und durch das Schmerzmittel Diclofenac konnten bereits Nierenschäden bei Fischen nachgewiesen werden. Auch Verhaltensänderungen der Tiere durch Psychopharmaka sind möglich.

Foto: © TR Design - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arzneimittel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Medikamente

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Krebs ist oft Zufall und die Wahrscheinlichkeit, ihn zu bekommen, steigt mit dem Alter. Für mindestens sieben Arten von Krebs aber lässt sich das Erkrankungsrisiko durch eine Abkehr von gesundheitsschädlichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten deutlich nach unten schrauben. Darauf macht die Deutsche Krebshilfe aufmerksam.

 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin