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16.09.2018

Medikamente gegen Husten praktisch ohne Nutzen

Vier Milliarden Dollar werden weltweit jährlich für Hustenmittel ausgegeben. Forscher haben sich nun die Wirksamkeit dieser Medikamente näher angeschaut. Ein eindeutiger Nutzen konnte nicht festgestellt werden.
Hustenmedikamente, Nutzen

Hustenmedikamente können allenfalls die Symptome etwas lindern. Zur Heilung tragen sie nichts bei, wie eine neue Meta-Analyse zeigt

Husten ist lästig und beeinträchtigt das Wohlbefinden. Um das Übel schneller loszuwerden, greifen Betroffene gern zu Hustenmitteln. Schätzungen zufolge geben Verbraucher weltweit jedes Jahr vier Milliarden Dollar für in Hustensäfte, Lutschtabletten oder Pillen gegen Husten aus.

Den Nutzen dieser Blockbuster haben nun Forscher der Universität Basel überprüft – und kamen zu einem ernüchternden Ergebnis: Gängige Hustenmedikamente sind bei subakutem Husten praktisch nutzlos. Der Husten verschwindet genauso schnell mit oder ohne Medikamente, in der Regel nach drei bis acht Wochen.

„Sehen keine Vorteile in Hustenmedikamenten“

«Wir sehen aufgrund unserer Untersuchung derzeit keine Behandlung, die eindeutige Vorteile für die Patienten aufweist“, betont Studienleiter Lars G. Hemkens.

Das Team um Hemkens hatte für die Studie sechs randomisierte klinische Studien mit insgesamt 724 Patienten analysiert, die an relativ plötzlich auftretendem, länger anhaltendem Husten, aber keinem chronische Husten litten (subakut). Die Patienten waren mit sieben gängigen Wirkstoffen behandelt worden oder mit einem Scheinmedikament. Bei den Hustenmitteln handelte es sich um synthetisch hergestellte Medikamente oder pflanzliche Mittel, die in Industrieländern häufig verschrieben werden. Chinesische oder asiatische Kräutermedizin waren von der Untersuchung ausgeschlossen.

 

Husten heilt von allein

Zwar zeigten zwei der vier Studien gewisse Vorteile von Hustenmedikamenten gegenüber Placebo, aber unterm Strich machte das mit oder ohne keinen Unterschied: Bei allen Patienten verschwand der Husten, ob sie nun Hustenmedikamente eingenommen hatten oder nicht.

Keine der evaluierten Behandlungen habe einen deutlichen Nutzen bei der Heilung von subakutem Husten gezeigt, fasst Hemkens die Ergebnisse der Analyse zusammen. Der Epidemiologe räumt allerdings ein, dass einige Studien methodische Defizite gehabt hätten. Deswegen könnte die Verallgemeinerbarkeit eingeschränkt sein.

Nebenwirkungen gering

Trotzdem sei die Einnahme von Hustenmedikamenten zu hinterfragen, meint der Forscher. Schließlich sei auch über Nebenwirkungen Kopfschmerzen, Übelkeit oder Halsschmerzen berichtet worden. Statt einem schnellen Rezept sollten sich Ärzte lieber Zeit für die Patienten nehmen und das Krankheitsbild genau erklären. Dazu gehört auch die Information, dass Husten meist von alleine wieder verschwindet.

Die Studie Treatments for subacute cough in primary care: systematic review and meta-analyses of randomised clinical trials ist soeben im «British Journal of General Practice» erschienen.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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