Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
07.01.2019

Medikament stoppt den Alterungsprozess und sorgt für Verjüngung

Auf der Suche nach dem sagenhaften Jungbrunnen ist die Forschung ein Stück weitergekommen: Ein jetzt getestetes Medikament stoppte den Alterungsprozess und sorgte für eine Verjüngung des Organismus.
senior, fitness, fit im alter, ausdauertraining, laufen, joggenn

Forscher testeten ein Medikament, das den Alterungsprozess stoppt. Aber auch Ausdauertraining wirkt wie eine Anti-Aging-Kur

Auf der Suche nach dem sagenhaften Jungbrunnen ist die Forschung ein Stück weitergekommen: Forscher des Weizmann Institute of Science in Rehovot testeten ein Medikament, das den Alterungsprozess stoppte und eine Verjüngung des Organismus herbeiführte.

Zunächst untersuchten die Wissenschaftler um Prof. Valery Krizhanovsky und Dr. Yossi Ovadya von der Abteilung Molekulare Zellbiologie die Art und Weise, in der das Immunsystem an einer entscheidenden Aktivität beteiligt ist: Es beseitigt alte Zellen, die dem Körper ansonsten Probleme bereiten würden.

Alte Zellen fördern Entzündungsprozesse

Diese sogenannten seneszenten Zellen, die einen Funktionsverlust oder irreparable Schäden aufweisen, fördern Entzündungsprozesse, die an der Entstehung von Alterskrankheiten beteiligt sind. Seneszente Zellen haben ihr Wachstum eingestellt. Zwar gibt es für ihre Beseitigung automatische Zelltod-Mechanismen, doch diese springen nicht immer an. In dem Fall ist das Immunsystem gefordert, diese Aufgabe zu übernehmen.

Die Forscher untersuchten Mäuse, denen ein entscheidendes Gen für diese Immunaktivität fehlte und verglichen sie mit Mäusen, bei denen das Gen intakt war. Nach zwei Lebens-Jahren - das entspräche beim Menschen einer älteren Person - fanden sich in den Körpern der Mäuse mit dem Gen-Defekt eine größere Ansammlung von gealterten Zellen.

 

Mäuse sahen älter aus und starben früher als ihre Artgenossen

Die Mäuse, denen das Gen fehlte, litten an einer chronischen Entzündung und verschiedene Körper-Funktionen waren beeinträchtigt. Sie sahen älter aus und starben früher als ihre normalen Artgenossen. Als nächstes gaben die Forscher diesen Mäusen ein Medikament namens ABT-737, das die Funktion bestimmter Proteine hemmt, die den gealterten Zellen helfen, in ihrem angeschlagenem Zustand im Organismus zu überleben.

Ergebnis: Bei den behandelten Mäusen verbesserten sich ihre Blutwerte, sie wurden wieder aktiver, und ihre Gewebe ähnelten denen junger Mäuse.

Medikament stoppt den Alterungsprozess und sorgt für Verjüngung

Die Wissenschaftler zählten die gealterten Zellen und fanden viel weniger von ihnen im Körper der behandelten Mäuse. Auch die Entzündungsmarker waren signifikant niedriger. Die mit dem Medikament behandelten Mäuse bewegten sich mehr, und ihre mittlere Lebensspanne stieg an. Das heißt: das verabreichte Medikament konnte den Alterungsprozess stoppen und sorgte für eine Verjüngung.

Die Wissenschaftler wollen nun weiterhin nach Wegen suchen, den menschlichen Organismus dazu zu bewegen, seine alten, seneszenten Zellen zu entfernen und insbesondere das Immunsystem für diese Arbeit zu aktivieren. Denn auch dieses wird mit dem Alter  schwächer und dysfunktionaler. Wenn künftige Versuche diesen Ansatz bestätigen, könnten echte "Anti-Aging" -Therapien entwickelt werden. Die aktuelle Studie wurde im Fachmagazin Nature Communications veröffentlicht.

Foto: nd3000/fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Alter
 

Weitere Nachrichten zum Thema Gesund altern

22.07.2017

Hundertjährige sind in ihren letzten Lebensjahren gesünder als gedacht. Das haben Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin gezeigt. Ihrer Studie zufolge haben Menschen, die im Alter von einhundert Jahren und älter verstarben, weniger Erkrankungen als denjenigen, die zwischen 80 und 99 Jahren starben.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Sie wiegen so viel wie unser Gehirn und viel mehr als unser Herz – und sind genauso lebenswichtig: die Darmbakterien. Sie verdauen unser Essen, entsorgen Giftstoffe und schützen uns als Teil des Immunsystems vor Krankheitserregern. Mit seiner Ernährung hat es der Mensch selbst in der Hand, ob er dieses unsichtbare „Organ“ schwächt – oder stärkt.

Für Babys ist liebevolle Berührung existenziell: um sich geborgen zu fühlen, physisch und psychisch zu gedeihen und später normale Beziehungen eingehen zu können. Zwischenmenschliche Berührung wirkt auf sie wie ein sanftes Arzneimittel: Sie verlangsamt den Herzschlag, baut Stress ab und führt im Körper zu Entspannung.

 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin