. Curt Meyer-Gedächtnispreis 2013

MDC-Forscherin für Arbeit zum Burkitt-Lymphom ausgezeichnet

Sie hat ein neues Modell zur Erforschung des Burkitt-Lymphoms entwickelt und damit neue Grundlagen für die personalisierte Krebstherapie gelegt. Am Dienstag wurde die MDC-Forscherin Sandrine Sander mit dem Curt Meyer Gedächtnis-Preis der Berliner Krebsgesellschaft ausgezeichnet.
MDC-Forscherin Sander: Neue Grundlagen für die Entwicklung personalisierter Therapien gegen das Burkitt-Lymphoms gelegt

MDC-Forscherin Sander: So ein Modell zur Erforschung des Burkitt-Lymhoms hat es noch nicht gegeben

Der Curt Meyer Gedächtnis-Preis der Berliner Krebsgesellschaft ist einer der begehrtesten Krebsforschungspreise Deutschlands. Schließlich zählt er mit einem Preisgeld von 10.000 Euro zu den höchst dotierten Auszeichnungen in Deutschland auf dem Gebiet der Krebsmedizin. Jetzt hat eine junge Wissenschaftlerin vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch die Auszeichnung erhalten. Am Dienstagabend bekam Dr. Dr. Sandrine Sander den Curt Meyer Gedächtnis-Preis 2013 in Berlin verliehen. Die 36-jährige gebürtige Saarländerin hatte sich mit einer Arbeit zum Burkitt-Lymphom unter zahlreichen anderen Bewerbern durchgesetzt.

Neues Modell für die Erforschung des Burkitt-Lymphoms entwickelt

Zusammen mit dem Immunologen und Krebsforscher Prof. Klaus Rajewsky vom MDC konnte Sandrine Sander ein wichtiges Schlüsselelement identifizieren, das an der Entstehung des Burkitt-Lymphoms maßgeblich beteiligt ist. Demnach befähigt ein Enzym namens PI3K das Onkogen c-MYC, Lymphozyten in bösartige Burkitt-Lymphomzellen umzuwandeln, die sich dann ununterbrochen teilen. Gleichzeitig ist es den Forschern gelungen, ein Tiermodell zu entwickeln, das große Ähnlichkeit zum Burkitt-Lymphom des Menschen hat. „Dieses Modell bietet uns substantielle Einblicke in die Entstehung des Burkitt Lymphoms und ermöglicht es der Wissenschaft, neue Therapiestrategien zur Behandlung dieses aggressiven B-Zell-Lymphoms zu entwickeln“, erklärt Sandrine Sander, deren Arbeit im August 2012 in der Fachzeitschrift „Cancer Cell“ erschienen ist. „Ein derartiges Modell zur Erforschung des Burkitt-Lymhoms hat es bislang nicht gegeben.“

Das sah auch der Vorstand der Berliner Krebsgesellschaft so. „Frau Sander hat mit ihrer Arbeit eine neue Grundlage für die weitere Erforschung des Burkitt-Lymphoms gelegt und dafür eine besondere Auszeichnung verdient“, sagte der Vorsitzende der Berliner Krebsgesellschaft Prof. Dr. Dr. Peter M. Schlag bei der Preisverleihung am Abend des 19. November.

Die Berliner Krebsgesellschaft verleiht den Curt Meyer Gedächtnis-Preis schon seit 1988 und will damit junge Krebsforscher aus Berlin fördern. Die Auszeichnung dient dem ehrenden Gedächtnis an den Arzt und Berliner Senatsrat Dr. med. Curt Meyer, der unter anderem Gründer des Landesausschuss Berlin für Krebsbekämpfung war, aus dem die Berliner Krebsgesellschaft hervorgegangen ist. Curt Meyer starb 1984 im Alter von 93 Jahren.

Burkitt-Lymphome sind besonders schnell wachsende, aggressive Tumore

Das Burkitt-Lymphom entsteht aus einer Unterart der weißen Blutzellen, den B-Lymphozyten des Immunsystems. Die Tumorerkrankung ist durch einen aggressiven Krankheitsverlauf und zusätzlichen Befall des zentralen Nervensystems in einer Vielzahl von Patienten gekennzeichnet. Häufig sind Kinder von einem Burkitt-Lymphom betroffen. Besonders häufig kommt die Tumorerkrankung in Äquatorialafrika und Südamerika vor.

Foto: David Ausserhofer/Copyright MDC

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Lymphom

Weitere Nachrichten zum Thema Krebsforschung

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Prof. Dr. Dr. Peter M. Schlag, Direktor des Charité Comprehensive Cancer Centers und Vorsitzender der Berliner Krebsgesellschaft, über zielgerichtete Tumortherapien, Krebsmedikamente der neuen Generation und die ärztliche Kunst, individualisierte Therapieentscheidungen zu treffen.
. Weitere Nachrichten
60-Stunden-Woche für Krankenschwestern, doppelt so lange Wartezeiten beim Hausarzt: Dieses Szenario könnte schon in einem Jahrzehnt Realität werden, wenn das Gesundheitssystem nicht entschlossen reagiert. Schon jetzt ist das Angebot an freien Stellen hier zweieinhalbmal so groß wie der Zahl der Bewerber.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.