Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
05.02.2018

Maßvoller Rotwein-Genuss kann gut fürs Gehirn sein

Der maßvolle Genuss von Rotwein kann gut für das Gehirn beziehungsweise die kognitive Gesundheit sein. Das ergab eine Studie von Forschern des University of Rochester Medical Centers.
Rotwein, Herz-Kreislauf-System, Herzgesundheit, mittelmeerdiät, diabetes

Rotwein in Maßen beschleunigt die Beseitigung von Abbauprodukten im Gehirn

Übermäßiger Alkoholkonsum schadet der Gesundheit. Eine neue Studie von Forschern des University of Rochester Medical Centers zeigte aber, dass ein moderater Rotwein-Konsum gut für das Gehirn ist und das Risiko für Alzheimer und andere Demenz-Erkrankungen senken könnte.

Die Wissenschaftler um Professor Maiken Nedergaard untersuchten die Auswirkungen von Alkohol auf die Gehirne von Mäusen. Mäuse, die einige Wochen lang jeden Tag große Mengen Rotwein konsumiert hatten, zeigten Entzündungsprozesse im Gehirn. Das wurde bei Scan-Aufnahmen festgestellt.

Rotwein könnte gut für das Gehirn sein

Die Mäuse, die jeden Tag eine mäßige Menge an Rotwein konsumierten, zeigten jedoch verringerte Entzündungswerte im Gehirn. Die Autoren stellten außerdem fest, dass das glymphatische System dieser Mäuse besser arbeitete und Abfallprodukte schneller aus dem Gehirn entfernte als bei Mäusen, die überhaupt keinen Rotwein aufnahmen. Zu diesen Abbauprodukten gehören auch Beta-Amyloid- und Tau-Proteine, die mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung stehen. Rotwein könnte also gut für das Gehirn sein.

Es gab keinen signifikanten Unterschied in der kognitiven Leistungsfähigkeit oder den motorischen Fähigkeiten der Mäuse, die moderate Mengen von Rotwein aufnahmen im Vergleich zur abstinenten Kontrollgruppe. Mäuse, die eine übermäßige Menge an Rotwein zu sich nahmen, hatten dagegen starke kognitive Probleme. Beeinträchtigt waren bei ihnen unter anderen Astrozyten genannte Zellen, die Schlüsselregulatoren des glymphatischen Systems sind.

In der Studie erhielten die maßvoll Alhokol trinkenden Mäuse eine Menge an Alkohol, die 2,5 Gläsern Wein am Tag entspricht. Andere Studien hatten bereits gezeigt, dass ein maßvoller Genuss von Rotwein das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken könnte. Besonders günstig sind dunkle Rotweine, da sie die meisten Antioxidantien enthalten. Zu den zählen die sekundären Pflanzenstoffe Resveratrol und Quercetin.

 

Gehirn wird mit Rückenmarksflüssigkeit gespült

In einer  Studie von 2012 hatte Nedergaard erstmals das glymphatische System beschrieben. Dieses spült mit Hilfe von Rückenmarksflüssigkeit schädliche Substanzen aus den Geweben des Gehirns. Spätere Untersuchungen zeigten, dass das glymphatische System während des Schlafes aktiver ist, aber durch Schlaganfall und Traumata geschädigt werden kann.

"Die längere Einnahme von übermäßigen Mengen an Alkohol hat bekanntlich negative Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem", bilanzieren die Forscher. "In dieser Studie haben wir zum ersten Mal gezeigt, dass niedrige Dosen von Alkohol für die Gesundheit des Gehirns potenziell von Vorteil sind, nämlich für seine Fähigkeit, Abfall zu entfernen." Die Studie erschien im Fachmagazin Scientific Reports.

Foto: stokkete/fotolia.com

Autor: bab
 

Weitere Nachrichten zum Thema Herz-Kreislauf-System

31.07.2020

Manchmal kommen Studien zu verblüffenden Ergebnissen. So eine große Kohortenstudie aus den USA. Die zeigt, dass Menschen die regelmäßig wenig Alkohol trinken im Alter bessere kognitive Funktionen haben als Abstinenzler. Neurologen haben eine Vermutung, woran das liegen könnte.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Frust-Essen, mehr Alkohol, unfreiwillige Häuslichkeit, weniger Bewegung: Die COVID-19-Pandemie hinterlässt auch bei Gesunden ihre Spuren. 43 Prozent der Verbraucher haben zugenommen – um 5,5 Kilo im Schnitt. Bei jedem Siebten sind es sogar 10 Kilo oder mehr. Das zeigt eine INSA-Umfrage des rbb für sein Sendegebiet Berlin/Brandenburg.

Der sogenannte Bauernhof-Schutz gegen Allergien ist schon länger bekannt. Mit Beta-Laktoglobulin wurde ein Kuhmilch-Protein identifiziert, dass vor allem dafür verantwortlich ist. Das gibt es nun als Lutschtablette.

 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin