. Merkblatt zum Screening

Mammografie: Überdiagnose richtig einschätzen

Was ist eigentlich eine Überdiagnose im Rahmen einer Mammografie? Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat nun eine Entscheidungshilfe für Frauen entwickelt. Das Merkblatt wird künftig der Einladung zum Mammografie-Screening beigelegt.
Neues Merkblatt Mammografie: Frauen finden Informationen zu Überdiagnosen wichtig

Neues Merkblatt Mammografie: Frauen finden Informationen zu Überdiagnosen wichtig

Das Mammografie-Screening zur Brustkrebsfrüherkennung wurde in Deutschland 2009 flächendeckend eingeführt. Seither werden Frauen zwischen 50 und 69 alle zwei Jahre zu der Röntgenuntersuchung eingeladen. Den Chancen, Brustkrebs früh zu entdecken, stehen jedoch auch einige Nachteile gegenüber, etwa die Strahlenbelastung einer Mammografie. Um Frauen ihre Entscheidung zu erleichtern, hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nun ein Merkblatt entwickelt. Auftraggeber war der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), der das Papier nun prüfen muss.

Überdiagnosen oft unbekannt

Zuvor wurden Frauen befragt, welche Informationen sie als notwendig erachten und wie diese verständlich aufbereitet werden können. Eine Herausforderung sei der Begriff der Überdiagnose gewesen, berichtet Klaus Koch vom IQWIG.

Mit dem Begriff Überdiagnose ist gemeint, dass bei einem Teil der Frauen Brustkrebs diagnostiziert wird, der nie aufgefallen und  behandlungsbedürftig geworden wäre. Es gibt nämlich kleine Tumore, die langsam oder gar nicht wachsen. Darum bedürfen sie auch keiner Behandlung. Ohne die Mammografie bliebe den Frauen also viel Aufregung und weitere Untersuchungen erspart.  „Im Projekt bestätigte sich, dass viele Frauen noch nie von dieser Tatsache gehört hatten“, erklärt Koch. Auf Anregung der Frauen sei deshalb ein grafisches Beispiel entwickelt worden, um diesen Nachteil besser darzustellen.

Hoher Aufklärungsbedarf

Fakt ist nach bisherigen Erkenntnissen: Von 1.000 Frauen, die regelmäßig am Screening teilnehmen, bekommen 9 bis 12 eine Überdiagnose. Diesem Nachteil steht der Vorteil gegenüber, dass gleichzeitig 2 bis 6 vor dem Tod durch Brustkrebs gerettet werden. Am Ende muss jede Frau selbst entscheiden, was ihr wichtiger ist – keine leichte Aufgabe. „Informationen zu Überdiagnosen sind bei allen Früherkennungsuntersuchungen wichtig, hier sehen wir einen grundsätzlichen Aufklärungsbedarf“, so Koch.

Foto: AOK Mediendienst

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Mammographie , Krebsfrüherkennung , Brustkrebs

Weitere Nachrichten zum Thema Mammografie

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Die eine Krebsimpfung gibt es nicht. Mit der HPV-Impfung steht jedoch eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs und andere HPV-bedingte Krebserkrankungen zur Verfügung. Was viele nicht wissen: Es gibt noch eine andere Impfung, die vor einer bestimmten Krebsart schützt.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Praxis Dr. Becker, Wittenbergplatz 2, 10789 Berlin
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Kliniken
. Interviews
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.