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10.03.2012

Mammografie: Bericht bewertet Screening positiv

Immer wieder gerät das Mammografie-Screening in die Kritik. Es wird bemängelt, dass es zu viele Fehlalarme gebe und Patientinnen überflüssige Therapien über sich ergehen lassen müssten. Ein neuer Bericht unterstützt nun die Befürworter des Screenings.
Mammografie

Mammografie

59.000 Frauen erkranken jährlich in Deutschland neu an Brustkrebs; rund 17.000 sterben daran. Damit ist das Mammakarzinom der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. Vor einigen Jahren wurde in Deutschland das Mammografie-Screening-Programm eingeführt, bei dem jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren im Zweijahresrhythmus zur Mammografie eingeladen wird. Ziel dieser Reihenuntersuchungen ist es, die Brustkrebs-Sterblichkeit zu senken. Bislang folgte allerdings nur die Hälfte der angeschriebenen Frauen dieser Aufforderung. Einige Frauen scheuen die als unangenehm empfundene und oft auch mit Schmerzen verbundene Untersuchung. Aber dies ist nicht der einzige Grund für die Zurückhaltung. Immer wieder gibt es auch Diskussionen über den Sinn der Mammografie.

Überdiagnosen beim Mammografie-Screening

Durch Fehlalarme, so lautet einer der Kritikpunkte, würden Frauen einer unnötigen psychischen Belastung ausgesetzt. Zudem führten Überdiagnosen dazu, dass häufig Tumore behandelt würden, die eigentlich ungefährlich seien. Dass tatsächlich immer mehr Frauen mit Brustkrebs geheilt werden können, liegt nach der Meinung der Kritiker nicht an der flächendeckenden Früherkennung, sondern an den immer besser werdenden Behandlungsmethoden.

 

Bericht wertet das Screening positiv

Ein Bericht der Kooperationsgemeinschaft Mammografie, in dem nun zum zweiten Mal seit der Einführung des Mammografie-Screenings in Deutschland die Auswertungen der Daten vorgelegt werden, kommt zu einem anderen Ergebnis. Der Bericht zeigt, dass seit der Einführung des Screenings doppelt so viele kleine Tumore wie früher entdeckt werden. Bei Frauen, die bereits zum wiederholten Mal an der Untersuchung teilgenommen haben, sind die Ergebnisse sogar noch besser. Dr. Karin Bock, Leiterin des Referenzzentrums Mammografie Südwest, erklärt dazu: "Die besten Aussichten auf eine erfolgreiche Therapie des Brustkrebses bestehen für Frauen mit kleinen Tumoren, die nicht gestreut haben. Die betroffenen Frauen profitieren zudem von einer schonenderen, meistens brusterhaltenden Therapie."

Wie viele Frauen aber durch das Screening tatsächlich überleben, kann noch nicht gesagt werden. Vermutet wird, dass von 200 Frauen, die über einen Zeitraum von 20 Jahren alle zwei Jahre zur Mammografie gehen, eine Frau vor dem Tod bewahrt wird. Verlässliche Daten dazu sollen aber erst 2018 vorliegen.

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