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Magnetkonvulsionstherapie: Marker sagen Wirkung gegen Suizidgedanken voraus

Die Magnetkonvulsionstherapie kann Depressionen und Suizidgedanken bekämpfen, wirkt aber nicht bei jedem. Nun haben Forscher Biomarker gefunden, die mit hoher Genauigkeit voraussagen, ob eine Magnetkonvulsionstherapie Suizidgedanken verschwinden lassen kann.
MKT gegen Suizidgedanken

Schwere Depressionen lassen sich mit der Magnetkonvulsionstherapie behandeln

Antidepressiva und Psychotherapie wirken nicht bei allen Patienten mit Depressionen; etwa ein Drittel der Betroffenen gilt als therapieresistent. In solchen Fällen hat sich die Elektrokrampftherapie (EKT) als wirksam erwiesen, besonders bei der Bekämpfung von Suizidgedanken in Folge der Depressionen. So kann bei Patienten, die vorher auf zwei oder mehr Antidepressiva nicht angesprochen haben, die EKT zu guten Ergebnissen führen, und die Remissionsquote liegt selbst bei als therapieresistent deklarierten Patienten noch bei 50 bis 70 Prozent.

Eine ähnliche, allerdings etwas schonendere Therapie ist die Magnetkonvulsionstherapie (MKT). Das elektrische Feld, das hier die Krampfanfälle auslöst, ist schwächer und die Nebenwirkungen geringer. Nun haben Forscher herausgefunden, dass sich anhand bestimmter Biomarker die Wirksamkeit der MKT auf Suizidgedanken voraussagen lässt.

Magnetkonvulsionstherapie stimuliert bestimmte Regionen im Kortex

Bei der MKT wird über fluktuierende Magnetfelder elektrischer Strom im Hirngewebe erzeugt, der nicht wie bei der EKT über den Schädel abgeleitet wird und daher nur einen wesentlich kleineren Teil des Kortex stimuliert. Forscher um Yinming Sun von der University of Toronto wollten nun herausfinden, ob sich vor der Behandlung voraussagen lässt, welche Patienten auf die Therapie ansprechen und welche nicht. Dafür sind sie von der Hypothese ausgegangen, dass die MKT-Wirkung gegen Suizidgedanken von Einflüssen auf das Netz GABAerger Interneuronen speziell im dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC) abhängt. Mit Tests zur kortikalen Inhibition, die etwas über die Intaktheit dieses Netzes aussagen, sollte sich der Therapieerfolg – das Verschwinden von Suizidgedanken – nach Ansicht der Forscher vorhersagen lassen.

27 Patienten waren an der Open-Label-Studie beteiligt. Wie sich zeigte, konnte die Magnetkonvulsionstherapie die Suizidgedanken der Patienten tatsächlich signifikant senken. Bei zehn suizidgefährdeten Patienten waren die Gedanken an einen Freitod nach der MKT sogar komplett verschwunden. Die Remissionsrate betrug insgesamt 53 Prozent.

 

Wirkung auf Suizidgedanken voraussagbar

Dabei korrelierten die Veränderungen bei den Suizidgedanken mit den vorher gemessenen Werten der kortikalen Inhibition. „Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass sich mit dem Ausmaß der kortikalen Inhibition jene Patienten mit therapieresistenter Depression erkennen lassen, denen man mit der MKT ihre Suizidgedanken nehmen kann“, so die Forscher. Eine stärkere inhibitorische Neurotransmission zum Ausgangszeitpunkt spiegele womöglich die Integrität der transsynaptischen Netze, auf welche die MKT für eine optimale therapeutische Antwort ziele.

Foto: © Photographee.eu - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

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