. Demenz

Märchenerzählen kann Demenz-Kranke unterstützen

Märchenerzählen kann bei Demenz-Kranken, die in Pflege-Einrichtungen leben und zu herausfordernden Verhaltensweisen neigen, das Wohlbefinden verbessern und ihre Verhaltenskompetenzen stärken. Das ist das Ergebnis einer Studie der Berliner Alice-Salomon-Hochschule.
Ahrens Mariella

Schauspielerin Mariella Ahrens unterstützt das Projekt "Es war einmal...Märchen und Demenz"

Die Forscher begleiteten dafür das Projekt „Es war einmal … Märchen und Demenz“, das das „Märchenland - Deutsches Zentrum für Märchenkultur“ initiierte. Mit psychosozialen Interventionen lässt sich bei Demenz-Patienten mit herausfordernden Verhaltensweisen die Lebensqualität steigern und die Alltagsfunktionen verbessern, darauf gibt es fundierte Hinweise. Nun wurde das für die Intervention „Märchenerzählen“ wissenschaftlich überprüft.

Die Studie zeichnete bei 24 Märchen-Veranstaltungen das Verhalten der Demenz-Patienten auf, interviewte die Erzähler sowie Leitungs-, Pflege- und Betreuungspersonen der kooperierenden Einrichtungen.

Märchenerzählen verbessert Wohlbefinden von Demenz-Kranken


Über die Hälfte der 30 beobachteten Teilnehmer beteiligten sich aktiv an der Veranstaltung, mehr als zwei Drittel erlebten sie erkennbar als positiv. Bewohner, die sonst als apathisch beschrieben werden, interagierten aktiv und mit Freude. Vokale Störungen waren reduziert, Unruhe und ängstliche Besorgnis minimiert, Aggressionen nicht zu beobachten.

Fazit der Forscher: Das Märchenerzählen aktiviert Verhaltenskompetenzen, die herausforderndes Verhalten ersetzen – wobei herausforderndes Verhalten als Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse verstanden wird. Es orientiere sich folglich an Patienten-Bedürfnissen, stifte Wohlbefinden und fördere die Lebensqualität. Die Einschätzung wurde weitgehend durch die Interviewpartner gedeckt.

Wichtig für den Effekt waren die Verlässlichkeit und situative Kompetenz der Märchenerzähler: Sie sollten die Gruppe auf die Erzählung fokussieren, die einzelnen Teilnehmer ansprechen, ihre Beteiligung anregen und ihre Beiträge würdigen. Die wohlwollende Begleitung durch das Pflege-Personal sowie ein beständiger und ruhiger Raum waren eine weitere Voraussetzung.

Foto: Philipp Schumann

 
Autor: red
Hauptkategorien: Medizin , Pflege
 

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