Machen Früchte dick?

Wer abnehmen möchte, greift gerne auf Obst zurück. Es ist vergleichsweise kalorienarm und lecker. Ernährungsexperten raten allerdings von zu vielen Obstmahlzeiten am Tag ab. Die zuckerhaltigen Snacks könnte den gegenteiligen Effekt bewirken.
Obst, abnehmen

Viele kleine Obstmahlzeiten regen die Insulinausschüttung an. Fürs Abnehmen ist das wenig hilfreich

„An apple a day keeps the doctor away”. An dieser Volksweisheit hat sich bis heute nichts geändert. Obst ist gesund, denn es enthält Vitamine und Ballaststoffe. Außerdem hat es eine geringe Energiedichte, also ein günstiges Verhältnis zwischen Eigengewicht und Kalorien. Genau darum wird es gerne zum Abnehmen genutzt. Gegen einen Obsttag ist sicher nichts einzuwenden. Wer es allerdings mit den Obstmahlzeiten übertreibt, könnte eine böse Überraschung erleben. Denn auch Früchte können auch eine ganze Menge an Kalorien und Kohlenhydraten enthalten. Bananen etwa oder Papaya. Zudem enthalten alle Obstsorten Zucker. Der wiederum regt die Insulinproduktion an, die uns dicker werden lässt. Bei mehreren „kleinen“ Obstmahlzeiten am Tag könnte das Gewicht also bald eher nach oben gehen als nach unten.

Fruchtzucker an Fettleber beteiligt

Prof. Dr. Matthias Blüher, Leiter der Adipositas-Ambulanz am Universitätsklinikum Leipzig, bestätigt, dass man eben nicht so viel Obst nach Herzenslust essen kann, wie man will. „Auch beim Obst macht die Dosis das Gift“, sagt er, und verweist auf ein aktuelles Beispiel aus der Forschung: „Gerade wurde gezeigt, dass die Fruktose, die wir verstärkt in Obst finden, einen ganz wesentlichen Beitrag bei der Entstehung der Fettleber leisten kann.“

An heißen Tagen, fällt es viele Menschen leicht, ihre warme Mittagsmahlzeit durch einen leichten Obstsnack zu ersetzen. Da Früchte wassertreibend wirken, gehen schnell mal ein zwei Kilo verloren. Die Gewichtsabnahme hat aber erst einmal mehr mit dem Wasserverlust zu tun als mit geschmolzenen Fettreserven.

 

Im Sommer fällt das Abnehmen leichter

Trotzdem eignet sich der Sommer gut zum Abnehmen, weil der Appetit auf üppige Mahlzeiten geringer ist. Außerdem verbraucht der Körper bei Hitze genau wie bei Kälte mehr Kalorien. Laut Adipositasexperte Blüher sind die Chancen auf Gewichtsabnahme im Sommer aber grundsätzlich nicht höher als im Winter: „Der einzige Unterschied liegt tatsächlich im Ernährungsverhalten.“

Die Annahme, dass abends essen dick macht, mag er nicht bestätigen. Hier kommt es seiner Ansicht nach sehr darauf an, was und wie viel auf den Teller kommt. Man gehe zwar davon aus, dass die Kalorien am Abend nicht gleich wieder verbrannt werden könnten. Letztendlich gebe es aber keinen Beweis dafür, zu welcher Tageszeit Kalorien fürs Gewicht schädlicher seien. „Was zählt, ist die Gesamtmenge, die man über den Tag verteilt zu sich nimmt“, betont Blüher.

Warum Abnehmversuche scheitern

Letztlich nimmt nur der ab, der weniger Kalorien zuführt, als er verbraucht. Dass dies trotz guter Vorsätze häufig misslingt bzw. das geringere Gewicht auf Dauer nicht gehalten werden kann, ist als Jojo-Effekt bekannt. Mediziner Blüher nennt Gründe, warum der Körper sein Übergewicht so vehement verteidigt: „Hier greifen verschiedene Mechanismen ineinander, die dazu führen, dass der Körper immer wieder zu seinem maximal erreichten Gewicht zurück möchte“, sagt er. Zu diesen Faktoren gehörten beispielsweise die Ausschöpfung der aufgenommenen Kalorien aus der Nahrung sowie die Regulation von Grundumsatz, Appetit und Sättigung. Laut dem Experten können wir diese Faktoren  nicht bewusst kontrollieren.

Foto: pixabay

Autor: ham
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