. Krebs-Frühstadium

Lypmhknoten-Bestrahlung senkt Rückfallrisiko bei Brustkrebs

Werden bei Brustkrebs im Frühstadium nicht nur die Brust, sondern auch benachbarte Lymphknoten bestrahlt, verringert sich das Risiko für einen Rückfall. Das zeigen zwei Studien mit mehr als 5.000 Frauen.
Brustkrebs im Frühstadium: Erweiterte Bestrahlungsstrategie bringt Vorteile

Brustkrebs im Frühstadium: Erweiterte Bestrahlungsstrategie bringt Vorteile

Brustkrebs im Frühstadium wird heute in den meisten Fällen brusterhaltend operiert. Eine anschließende Bestrahlung der Brust soll einen Rückfall vermeiden. Sind ein oder mehrere Lymphknoten befallen oder besteht ein großes Risiko hierfür wird die Bestrahlung auf den Lymphknoten-Bereich erweitert. Diese Patientinnen erhalten in der Regel außerdem eine unterstützende Chemotherapie. Nun haben zwei Studien aus den USA und Europa gezeigt, dass die erweitere Strahlentherapie den Patientinnen deutliche Vorteile hinsichtlich des Rückfallrisikos und des Überlebens bringt – und zwar auch dann, wenn noch keine Lymphknoten befallen sind.

Nach zehn Jahren noch mehr Frauen ohne Rückfall am Leben

An den beiden Studien hatten in den 1990er und 2000er Jahren insgesamt mehr als 5.000 Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium teilgenommen. Die meisten davon wurden brusterhaltend operiert. Eine Gruppe erhielt nach der OP lediglich eine Bestrahlung der Brust, in der anderen wurden zusätzlich die Lymphabflusswege in der Achselhöhle, hinter dem Brustbein und oberhalb des Schlüsselbeins bestrahlt. Dabei zeigte sich nach zehn Jahren, dass die erweiterte Strahlentherapie der konventionellen überlegen war: In beiden Studien sank die Zahl der Frauen, die einen Rückfall erlitten, um mehrere Prozentpunkte. Zudem zeigte sich ein Trend zum besseren Überleben.

„Von der erweiterten Bestrahlung profitieren auch Frauen, deren Lymphknoten zwar frei von Krebszellen sind, die aber besonders aggressive oder größere Tumoren haben“, erläutert Professor Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Mannheim. „Denn diese Patientinnen haben ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Metastasen.“

Brustkrebsbehandlung hat sich weiter verbessert

In beiden Studien lag das Überleben bei über 80 Prozent. Inzwischen haben sich die medizinischen Möglichkeiten weiter verbessert. Die Bestrahlungen sind zielgenauer und schonender geworden, und die heutigen Medikamente werden immer effektiver. Radioonkologe Wenz: „Bei den Frauen, die wir heute behandeln, dürfte sich die Quote der Langzeitüberlebenden noch einmal deutlich erhöhen.“

Die Ergebnisse der beiden Studien sind am 23. Juli im New England Journal of Medicine erschienen.

© Bergé - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Brustkrebs , Strahlentherapie , Chemotherapie , Metastasen

Weitere Nachrichten zum Thema Brustkrebs

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Gesundheitsstadt Berlin sprach mit Prof. Dr. med. Peter Vajkoczy, Direktor der Klinik für Neurochirurgie der Charité, über das neue CyberKnife Center, risikoreiche Operationen und die heilsame Wirkung der Präzisionsstrahlentherapie.
. Weitere Nachrichten
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.