. Sexualität

Lustpille für die Frau zeigt nur geringe Wirkung

Das Medikament Flibanserin, das 2015 in den USA als Lustpille oder „Viagra“ für die Frau zugelassen wurde, hat nur eine geringe Wirkung und deutliche Nebenwirkungen. Das ist das Ergebnis einer Meta-Studie.
Lässt sich das sexuelle Verlangen mit Tabletten steigern?

Medikament soll das sexuelle Verlangen der Frau fördern

Der an sich als Antidepressivum entwickelte Wirkstoff soll das verminderte sexuelle Interesse beziehungsweise eine Erregungsstörung bei Frauen vor und nach der Menopause beheben. Es wurde von der Food and Drug Administration (FDA) zur Behandlung der Hypoactive Sexual Desire Disorder (HSDD) zugelassen. 

Ein Team um Dr. Loes Jaspers vom Erasmus University Medical Center in Rotterdam wertete nun bereits vorliegende klinische Studien zur Wirksamkeit von Flibanserin aus, an denen insgesamt 5.914 Frauen teilnahmen. Fünf davon waren veröffentlicht worden, drei nicht. Die Meta-Studie erschien im Fachblatt Jama Internal Medicine.

Lustpille für die Frau zeigt nur geringe Wirkung

Ergebnis: Flibanserin führte im Vergleich zu einem Placebo im Durchschnitt zu einem halben sexuell befriedigenden Ereignis mehr im Monat, der Anstieg des sexuellen Verlangens war begrenzt (1,63), die Nebenwirkungen ausgeprägter.

Dazu gehören Schwindel, der viermal häufiger auftrat als unter Placebo (Risk Ratio 4,00), Schläfrigkeit (3,97), Übelkeit (2,35) und Erschöpfung (1,64). Wurden die Probandinnen im Rahmen der Studien direkt befragt, gaben sie an, das Medikament habe minimal oder gar nicht gewirkt.

Fazit der Forscher: Bevor der unter dem Namen Addyi zugelassene Wirkstoff weiter in der Praxis empfohlen werde, sollten weitere Studien Nutzen und Risiken insbesondere bei Frauen, die an anderen Erkrankungen leiden, die Medikamente nehmen oder bei denen die Menopause chirurgisch herbeigeführt wurde, klären.

Foto: dmitrimaruta

Autor: red

Weitere Nachrichten zum Thema Sexualität

| Eine Behandlung mit Oxytocin verbessert das sexuelle Erleben von Frauen mit Sexualfunktionsstörungen. Das zeigt eine Studie der MedUni Wien, die im Journal „Fertility and Sterility“ veröffentlicht wurde. Allerdings führten Gespräche mit dem Partner zu ähnlichen Ergebnissen.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.