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Lustpille für die Frau zeigt nur geringe Wirkung

Freitag, 4. März 2016 – Autor:
Das Medikament Flibanserin, das 2015 in den USA als Lustpille oder „Viagra“ für die Frau zugelassen wurde, hat nur eine geringe Wirkung und deutliche Nebenwirkungen. Das ist das Ergebnis einer Meta-Studie.
Lässt sich das sexuelle Verlangen mit Tabletten steigern?

Medikament soll das sexuelle Verlangen der Frau fördern – Foto: dmitrimaruta - Fotolia

Der an sich als Antidepressivum entwickelte Wirkstoff soll das verminderte sexuelle Interesse beziehungsweise eine Erregungsstörung bei Frauen vor und nach der Menopause beheben. Es wurde von der Food and Drug Administration (FDA) zur Behandlung der Hypoactive Sexual Desire Disorder (HSDD) zugelassen. 

Ein Team um Dr. Loes Jaspers vom Erasmus University Medical Center in Rotterdam wertete nun bereits vorliegende klinische Studien zur Wirksamkeit von Flibanserin aus, an denen insgesamt 5.914 Frauen teilnahmen. Fünf davon waren veröffentlicht worden, drei nicht. Die Meta-Studie erschien im Fachblatt Jama Internal Medicine.

Lustpille für die Frau zeigt nur geringe Wirkung

Ergebnis: Flibanserin führte im Vergleich zu einem Placebo im Durchschnitt zu einem halben sexuell befriedigenden Ereignis mehr im Monat, der Anstieg des sexuellen Verlangens war begrenzt (1,63), die Nebenwirkungen ausgeprägter.

Dazu gehören Schwindel, der viermal häufiger auftrat als unter Placebo (Risk Ratio 4,00), Schläfrigkeit (3,97), Übelkeit (2,35) und Erschöpfung (1,64). Wurden die Probandinnen im Rahmen der Studien direkt befragt, gaben sie an, das Medikament habe minimal oder gar nicht gewirkt.

Fazit der Forscher: Bevor der unter dem Namen Addyi zugelassene Wirkstoff weiter in der Praxis empfohlen werde, sollten weitere Studien Nutzen und Risiken insbesondere bei Frauen, die an anderen Erkrankungen leiden, die Medikamente nehmen oder bei denen die Menopause chirurgisch herbeigeführt wurde, klären.

Foto: dmitrimaruta

 
 

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