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21.10.2017

Lupus – eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Prominente wie Lady Gaga und Selena Gomez leiden daran: Lupus erythematodes. Die Autoimmunerkrankung kann innere Organe angreifen und ist bis heute nicht heilbar. Medikamente könnend das überschießende Immunsystem jedoch bremsen.
Lupus muss meist ein Leben lang mit Rheumamedikament behandelt werden. In schweren Fällen bekommen Patienten eine Chemotherapie

Lupus muss meist ein Leben lang mit Rheumamedikament behandelt werden. In schweren Fällen bekommen Patienten eine Chemotherapie

Weiblich, jung und lichtempfindlich - so wird der typische Lupus-Patient in der Literatur beschrieben. Allerdings können auch Männer und Kinder an Lupus erythematodes erkranken. Da es den einen Marker nicht gibt, müssen sich Ärzte aus der Anamnese, dem klinischen Untersuchungsbefund, der Symptomatik und dem Blutbild ein Gesamtbild machen, um die Diagnose zu stellen. Die Autoimmunerkrankung hat allerdings viele Gesichter. Lupus gehört zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und unter diesen zu der Gruppe der Bindegewebsentzündungen (Kollagenosen).

Systemischer Lupus kann praktisch alle Organe befallen

Beim systemischen Lupus erythematodes kann es zu chronischen Entzündungen des Bindegewebes, der Haut, der Gelenke, der Schleimhäute und der Blutgefäße kommen. Auch Organe und das Gehirn können betroffen sein. Entsprechend gefährlich kann die Erkrankung werden. Selena Gomez hat zum Beispiel gerade eine neue Niere bekommen. Ein weiteres prominentes Beispiel ist Lady Gaga, auch sie leidet an der entzündlich-rheumatischen Erkrankung, die Ärzte „Kollagenose“ nennen, weil sich um Unterschiede zur rheumatoiden Arthritis das Bindegewebe entzündet. Aber auch Lupus kann zusätzlich die Gelenke befallen. Viele Betroffene sind lichtempfindlich. Heut weiß man, dass Sonnenlicht einen Krankheitsschub auslösen kann.

Lupus kann sowohl sehr milde verlaufen als auch unbehandelt zum Tode führen. Neben dem systemischen Lupus gibt es auch den reinen Haut-Lupus, der nur die Haut betrifft und dort runde, scharf abgegrenzte schuppende Flecken bildet.

„Lupus" ist das lateinische Wort für Wolf. Die 1872 von dem ungarischen Hautarzt Kaposi entdeckte Krankheit wurde wahrscheinlich deshalb so genannt, weil die narbenähnlichen Furchen im Gesicht von Erkrankten einem Wolfsgesicht ähneln. Wegen der schmetterlingsförmigen typischen Hautrötungen (lat. erythematodes) im Gesicht, wurde Lupus früher auch „Schmetterlingskrankheit" genannt.

 

Medikamentöse Behandlung hat Überlebensraten erhöht

Lupus ist heute behandelbar mit Medikamenten aus vier Substanzklassen.

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie etwa Aspirin
  • Basistherapeutika zur Unterdrückung des Immunsystems wie Azathioprin, Cyclophosphamid, Cyclospori, Mycophenolat-Mofetil (MMF)
  • Glukokortikoide
  • Chloroquin

Bei schweren Verläufen kann auch eine Chemotherapie, eine Anti-B-Zelltherapie mit therapeutischen Antikörpern oder eine Stammzelltransplantation eingesetzt werden.

Dank der medikamentösen Behandlung liegt die Überlebensrate heute bei rund 90 Prozent. Über 80 Prozent der rund 60.000 Betroffenen in Deutschland sind Frauen.

Foto: © auremar - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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