. Weltkrebstag 2015

Lungenkrebs häufigste Krebstodesursache bei Frauen

Lungenkrebs hat einen traurigen Rekord erreicht: Er nimmt seit Neuestem den Spitzenplatz unter den Krebstodesursachen bei Frauen ein. Bislang lag Brustkrebs an erster Stelle.
Lungenkrebs häufigste Krebstodesursache bei Frauen

Weltkrebstag 2015: Gerade hat Lungenkrebs bei Frauen den Brustkrebs als Krebstodesursache Nummer ein abgelöst

Epidemiologen haben es kommen sehen. Erstmals wird Brustkrebs als wichtigste Krebstodesursache bei Frauen durch Lungenkrebs abgelöst. Dieser für ganz Europa ermittelte Wechsel an der Spitze der Krebssterblichkeit lasse sich auch in Deutschland beobachten, meldet das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) anlässlich des Weltkrebstags 2015.

Vermeidbarer Lungenkrebs

Als eine „Katastrophe mit Ansage“ sieht Dr. Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Abteilung Krebsprävention am DKFZ, den Wechsel an der Spitze der Krebstodesursachen. „Denn vor über zehn Jahren begann der deutliche Anstieg der Lungenkrebstodesfälle unter Frauen, der jetzt offensichtlich auf einen Höhepunkt zusteuert“, so die Präventionsexpertin. „Vor dieser verhängnisvollen Entwicklung haben wir immer wieder gewarnt.“ Dass eine zum größten Teil vermeidbare Erkrankung nun die größte Sterblichkeitsrate erreiche und immer mehr Todesopfer bei Frauen fordere, sei tragisch. 85 bis 90 Prozent aller Fälle von Lungenkrebs gelten als tabakbedingt und damit als vermeidbar.

 

90 % aller Lungenkrebsfälle durch Zigaretten verursacht

Seit 2003 ist der Zigarettenkonsum bei den 25- bis 69-jährigen Frauen zwar leicht rückläufig, aber immer noch sehr hoch. Bis 2003 ist er stetig gestiegen. Deshalb sei eine Trendwende in der Lungenkrebssterblichkeit in naher Zukunft nicht zu erwarten, sagt Präventionsforscherin Pötschke-Langer und zitiert den berühmten britischen Epidemiologen Richard Peto: „Wenn Frauen rauchen wie Männer, sterben sie auch wie Männer.“

Tragisch ist auch noch eine andere Zahl: Während bei fast allen Tumoren die Sterblichkeitsraten zurückgehen, werden 2015 europaweit vermutlich neun Prozent mehr Frauen an Lungenkrebs sterben als noch 2009.

Hoffnung auf neue Immuntherapien gegen Lungenkrebs

Krebsforscher hoffen unterdessen auf bessere Behandlungserfolge bei Lungenkrebs, etwa durch neue Immuntherapien. Prof. Otmar D. Wiestler, Vorstandsvorsitzender des DKFZ: „Die Krebstherapie befindet sich in rasanter Entwicklung, die ersten Früchte des Erfolges sehen wir heute schon in den erfreulicherweise sinkenden Sterblichkeitsraten bei Brustkrebs.“ Heute sterben insgesamt weniger Frauen an Brustkrebs als noch vor zehn Jahren, obwohl die Neuerkrankungsrate seither gestiegen ist.

Laut Statistischem Bundesamt steigt das durchschnittliche Sterbealter bei Krebs kontinuierlich an. Es liegt aktuell bei 73,4 Jahren und ist damit so hoch wie nie zuvor.

© Peter Maszlen - Fotolia.com

Autor: gsb
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Lungenkrebs , Brustkrebs , Weltkrebstag
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lungenkrebs

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.