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16.02.2017

Lungenkrebs: Auch späte Chemotherapie noch sinnvoll

Wenn Patienten sich mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs nach einer Operation zunächst erholen müssen und die anschließende Chemotherapie deshalb verspätet startet, ist die Behandlung immer noch sinnvoll. Das hat eine aktuelle Studie ergeben.
nicht-kleinzelligen Lungenkrebs behandeln

Nach einer Lungenkrebs-Operation kann einige Monate bis zur Chemotherapie gewartet werden

Die weitaus häufigste Art von Lungenkrebs ist der sogenannte nicht-kleinzellige Lungenkrebs, auch NSCLC (aus dem Englischen: non small lung cancer) genannt. Eine Operation bietet hier die besten Heilungschancen – meist gefolgt von einer adjuvanten Chemotherapie, mit der nach dem Eingriff das Rückfallrisiko gesenkt werden soll. Die Chemotherapie sollte möglichst innerhalb der ersten 60 Tage nach der Operation beginnen. Doch manchmal muss sich ein Patient nach dem operativen Eingriff noch länger erholen und die medikamentöse Therapie kann erst verspätet starten. Dennoch profitieren die Betroffenen dann noch von der Chemotherapie, wie eine Studie US-amerikanischer Forscher nun gezeigt hat.

Patienten mit verspäteter Behandlung schnitten nicht schlechter ab

Das Wissenschaftler-Team von der Universität Yale im US-Bundesstaat Connecticut hatte untersucht, wie sich ein verspäteter Start der Chemotherapie auf den weiteren Krankheitsverlauf der Patienten auswirkte. Für ihre Analyse werteten sie die Daten von über 12.000 Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs aus. Alle Patienten hatten eine Tumorgröße von mindestens vier Zentimetern und wiesen bereits Metastasen in den Lymphknoten auf. Die Forscher verglichen nun die Überlebensraten der Patienten, die innerhalb von 56 Tagen mit der adjuvanten Chemotherapie begonnen hatten, mit der von Betroffenen, die erst später mit der Behandlung starteten. Zum Teil startete die Chemotherapie erst vier Monate nach der Operation.

Wie sich zeigte, lag die Überlebensrate nach einer verspäteten Therapie bei 53 Prozent, bei einem frühen Start nach der Operation bei 55 Prozent. Damit war der Unterschied zwischen beiden Gruppen nicht signifikant. Im Vergleich zu Lungenkrebspatienten, die gar keine Chemotherapie nach der OP erhielten, war bei allen behandelten Probanden die Überlebensrate deutlich höher.

 

Zeitnahe Chemotherapie dennoch sinnvoll

Offenbar ist also auch eine verspätete Chemotherapie nach einem operativen Eingriff bei Lungenkrebs noch wirksam. Dennoch weisen die Studienautoren darauf hin, dass eine frühzeitig begonnene Therapie weiterhin Vorteile für die Patienten haben könnte. Auch wurden verschiedene Punkte wie die körperliche Verfassung der Patienten oder das Abschneiden bei Lungenfunktionstests nicht berücksichtigt – hier ging es allein um die Zeit des Überlebens nach dem Eingriff.  

In Deutschland gehört Lungenkrebs zu den drei häufigsten Krebsarten. Jährlich erkranken etwa 50.000 Menschen daran, die meisten davon an der nicht-kleinzelligen Form. Wird die Erkrankung erst in einem späten Stadium festgestellt – was oft der Fall ist –, kann häufig nicht mehr operiert werden. Dann kommen Strahlentherapie und Chemotherapie zur Anwendung. Liegen bereits Fernmetastasen vor, dienen die Behandlungen vor allem dazu, die Lebensqualität der Erkrankten so lange wie möglich zu erhalten.

Foto: © somkanokwan - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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