Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Lungenhochdruck: Forscher hoffen auf Braunalgenextrakt

Lungenhochdruck - auch pulmonale Hypertonie - genannt nimmt in der Regel einen schweren Verlauf. Das Deutsche Zentrum für Lungenforschung setzt nun auf eine in Asien beliebte Heilpflanze: das Braunlagenextrakt Fucoidan
Braunalgen, Lungenhochdruck

Braunalgen im Meer, als Extrakt eventuell nützlich bei Lungenhochdruck

Lungenhochdruck ist eine lebensbedrohliche und unheilbare Erkrankung der Lunge - und des Herzens. Medikamente können zwar das Leiden der Betroffenen lindern. Dennoch schreitet die auch als pulmonale Hypertonie bekannte Krankheit unaufhörlich fort, sodass am Ende eine Lungentransplantation die einzige Rettung ist. „Charakteristisch für die pulmonale Hypertonie ist der krankhaft erhöhte Blutdruck im Lungenkreislauf, der zu Atemnot und verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit führt“, erklärt der Prof. Dr. Ralph Schermuly vom Zentrum für Innere Medizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und vom Deutschen Zentrum für Lungenforschung.

Herz pumpt bis zur Herzmuskelschwäche

Der Gießener Lungenforscher forscht mit seinem Team an neuen Therapien gegen Lungenhochdruck. „Damit die Lunge gut durchblutet wird, muss das rechte Herz stark pumpen, was langfristig zu mehr Muskelmasse des rechten Herzens und schließlich zu einer Herzmuskelschwäche führt“, beschreibt Schermuly den unheilvollen Kreislauf bei dieser Krankheit:

 

Braunalgenextraktes Fucoidan verbessert Symptome am Modell

Die Gießener Forscher haben nun einen neuen Therapieansatz für Lungenhochdruck entwickelt: In einer Studie an einem Modell (nicht mit Menschen) verbesserte sich die pulmonale Hypertonie durch die Gabe des Braunalgenextraktes Fucoidan. Fucoidane sind sulfatierte Polysaccharide mit einem Fucose-Rückgrat, die hauptsächlich in braunen Meeresalgen vorkommen. In Japan und anderen asiatischen Ländern wird Fucoidan seit Jahrhunderten als natürliches Heilmittel mit antientzündlichen, antitumorösen und die Blutgefäße schützenden Eigenschaften verwendet.

Diese Symptome der pulmonalen Hypertonie wurden im Experiment durch die Gabe von Fucoidan deutlich abgeschwächt und der strukturelle Umbau der Lungengefäße verhindert. Die Wissenschaftlerin Dr. Tatyana Novoyatleva vom Universities of Giessen and Marburg Lung Centre (UGMLC) konnte auch den Wirkmechanismus aufklären: Fucoidan hemmt das für die Immunreaktion wichtige Protein p-Selectin.

Weiter forschen

Ihren erfolgversprechenden therapeutischen Ansatz verfolgen die Wissenschaftler nun weiter, um einen möglichen Einsatz an unter Lungenhochdruck erkrankten Menschen zu erforschen.

Die Arbeit ist in der Dezember-Ausgabe des Fachjournals  „American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine“ unter dem titel Evidence for Fucoidan-P-selectin Axis as a Therapeutic Target on Hypoxia-induced Pulmonary Hypertension” erschienen.

© Joachim - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Lunge , Lungenerkrankungen , Herz
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lungenhochdruck

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Ältere Menschen scheint die Covid-Impfung nicht vollständig vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Das zeigen wiederholte Ausbrüche in Pflegeheimen. Wissenschaftler der Charité haben nun einen Ausbruch näher untersucht – und kommen zu interessanten Ergebnissen.

Zivilgesellschaftliche Organisationen haben mit ihrem Engagement unter Krisenbedingungen maßgeblich dazu beigetragen, dass Deutschland vergleichsweise gut durch die Corona-Zeit gekommen ist. Aber die Krise hat auch Spuren hinterlassen. Was muss sich tun, damit diese tragende Säule der Demokratie auch nach der Pandemie stark bleibt? Das diskutierten Experten und Politiker auf einer Fachtagung von Gesundheitsstadt Berlin und Paritätischem Wohlfahrtsverband.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin