Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
10.01.2017

Low Carb oder Low Fat? Diäten im Vergleich

Low Carb oder Low Fat – was hilft besser abzunehmen? Das wollten US-Forscher wissen und werteten Diät-Studien aus.
Abnehmen

Zum neuen Jahr nehmen sich viele vor, etwas abzuspecken

Wissenschaftler von der Harvard Medical School in Boston überprüften die Daten aus 53 randomisierten klinischen Studien mit 68.128 Teilnehmern: Diese unterzogen sich einer fettreduzierten oder fettreicheren Diät. Studien, in denen die Probanden Nahrungsergänzungsmittel oder Mahlzeitenersatzgetränke, also Pulver, die mit Wasser oder Milch angerührt werden, zu sich nahmen, wurden ausgeschlossen.

Ergebnis: Eine kohlenhydratärmere und fettreichere Diät (Low Carb) führte zu einem größeren Gewichtsverlust als eine fettarme Diät (Low Fat) – und zwar nach über einem Jahr. Die Teilnehmer in der Low-Carb-Gruppe waren zu dem Zeitpunkt etwa zweieinhalb Pfund leichter.

Nicht ganz auf Kohlenhydrate verzichten

Von einem völligen Verzicht auf Kohlenhydrate rät Dr. Andreas Pfeiffer vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam allerdings ab. Der menschliche Körper sei an Ballaststoffe und Vitamine aus Getreide-Produkten gewöhnt.

Er empfiehlt, 40 bis 50 Prozent der Ernährung mit Kohlenhydraten abzudecken. Von Vorteil seien langsam resorbierbare Kohlenhydrate, wie sie zum Beispiel in Vollkornbroten mit ganzen Körnern enthalten sind. „Sobald Körner gemahlen sind, sind sie nicht mehr langsam resorbierbar“, sagt der Wissenschaftler.

 

Hülsenfrüchte liefern lang resorbierbare Kohlenhydrate

Bei Produkten mit viel Stärke wie Reis, Weißbrot, Nudeln und Kartoffeln werden die enthaltenen Kohlenhydrate schnell aufgenommen und machten rasch wieder Hunger, erläutert Pfeiffer.

Bohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte liefern hingegen lang resorbierbare Kohlenhydrate. Weil sie auch Mikronährstoffe, Vitamine und Ballaststoffe enthalten, sind diese Produkte laut Pfeiffer eine gute Ergänzung für einen gesunden, ausgewogenen Speiseplan. Die richtige Ernährung ist besonders auf bei bestimmten Erkrankungen wichtig.

Low Carb oder Low Fat? Diät sollte langfristig wirken

Ob Low Carb oder Low Fat: Hauptproblem beim Abnehmen ist nicht der kurzfristige Gewichstverlust, sondern das langfristige Halten des erreichten Gewichtes. Wer nach einer erfolgreichen Diät wieder so futtert wie vorher, hat die Pfunde schnell wieder drauf.

Der berühmte Jojo-Effekt lässt sich nur mit einer langfristigen Ernährungsumstellung vermeiden. Gerade deshalb sollte auch die Diät an die kulturellen und Lebensmittel-Präferenzen des Einzelnen angepasst sein, rät Harvard-Forscher Hu. Die entsprechende Studie wurde im Fachmagazin Lancet veröffentlicht.

Foto: Ralf Kalytta/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diät
 

Weitere Nachrichten zum Thema Diät

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Ein gutes Patientengespräch kann offenbar postoperative Schmerzen lindern. Das konnten Wissenschaftler jetzt in einer Studie zeigen. Je besser die Patienten in die Schmerztherapie einbezogen wurden, desto seltener wünschten sie zusätzliche Schmerzmittel.


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin