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20.08.2018

Low Carb doch nicht so gesund wie gedacht

Eine kohlenhydratarme Ernährung hilft, abzunehmen und ein gesundes Körpergewicht erlangen. Doch Low Carb ist nicht immer so gesund wie gedacht: Zu wenig Kohlenhydrate erhöhen das Sterberisiko.
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Eine Ernährung, die so gut wie ganz auf Kohlenhydrate verzichtet, ist nicht gesund

Eine kohlenhydrat-arme Ernährung (Low Carb) gilt als gute Methode, um überflüssige Pfunde abbauen und ein gesundes Körpergewicht erlangen. US-Forscher haben nun genauer hingesehen und herausgefunden: Low Carb ist nicht immer so gesund wie gedacht. Denn zu wenig Kohlenhydrate erhöhen wieder Sterberisiko.

Für eine aktuelle Studie wurden Patientendaten von mehr als 15.428 US-Bürgern ausgewertet, die zwischen 1987 und 1989 an der Atherosklerose-Risiko-Studie (ARIC) teilgenommen hatten. Sie waren 45 bis 64 Jahre alt und hatten unterschiedliche sozioökonomische Hintergründe.

Low Carb: Zu wenig Kohlenhydrate erhöhen das Sterbe-Risiko

Die Teilnehmer nahmen bis zu 4.200 kcal pro Tag (Männer) oder bis zu 3.600 kcal pro Tag (Frauen) zu sich. Probanden mit extrem hoher oder niedriger Kalorienzufuhr wurden von der Analyse ausgeschlossen. Zu Beginn der Studie und nach 6 Jahren füllten die Teilnehmer einen Fragebogen über die Art und Menge der üblicherweise verzehrten Lebensmittel und Getränke aus.

Während einer Nachbeobachtungszeit von 25 Jahren starben 6.283 Menschen. Bei Diäten mit sehr hohem Kohlenhydrat-Anteil an der Ernährung (mehr als 70 Prozent) stieg die Sterblichkeit. Aber auch bei Low-Carb-Diäten mit sehr niedrigem Kohlenhydrat-Anteil an der Nahrung (weniger als 40 Prozent) waren mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden. Das heißt, auch zu wenig Kohlenhydrate können ungesund sein. Der moderate Kohlenhydrat-Konsum (50 bis 55 Prozent) hatte das geringste Mortalitätsrisiko.

 

Wichtig ist, durch was die Kohlenhydrate ersetzt werden

Die Forscher schätzten, dass ab dem 50. Lebensjahr die durchschnittliche Lebenserwartung bei Personen mit moderater Kohlenhydrat-Aufnahme 33 Jahre betrug. Das sind 4 Jahre mehr als bei jenen mit sehr geringem Kohlenhydrat-Konsum (29 Jahre) und 1 Jahr mehr als bei solchen mit hohem Kohlenhydrat-Verbrauch (32 Jahre).

Dieses Ergebnis wurde im Anschluss mit einer Meta-Analyse überprüft, die Studien zur Kohlenhydrat-Aufnahme mit mehr als 432.179 Menschen aus über 20 Ländern auswertete. Diese ergab ähnliche Trends. Dabei zeigte sich, dass der Effekt zum Großteil davon abhängt, durch was die Kohlenhydrate ersetzt wurden.

Nur pflanzliche Fette und Proteine hatten günstigen Effekt

Wer an ihrer Stelle mehr tierische Proteine und Fette aus Lebensmitteln wie Rindfleisch, Lamm, Schwein, und Huhn sowie Milch und Käse zu sich nimmt, hatte wieder ein höheres Mortalitätsrisiko. Alternativ dazu war der Verzehr von mehr pflanzlichen Proteinen und Fetten aus Lebensmitteln wie Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen mit einer geringeren Mortalität verbunden.

"Wir müssen genau hinsehen, wie die Diäten zusammengesetzt sind, die Schutz bieten", sagt Studien-Leiterin Dr. Sara Seidelmann vom Brigham and Women's Hospital in Boston in einer Pressemitteilung. Bei einer kohlenhydratarmen Diät kann nur der Austausch von Kohlenhydraten mit pflanzlichen Fetten und Proteinen das gesunde Altern fördern. Ein höherer Verbrauch an tierischen Proteinen und Fetten führt dazu, Entzündungsmarker, biologische Alterung und oxidativen Stress zu vergrößern. Die Studie wurde im Fachmagazin Lancet veröffentlicht.

Foto: Yulia Furman/fotolia.com

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