Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Long-Covid-Symptome nach einem Jahr wieder abgeklungen

Dienstag, 24. Januar 2023 – Autor:
Forscher untersuchten Long-Covid-Symptome bei Patienten, die leicht an Covid-19 erkrankt waren. Bei den meisten waren sie nach einem Jahr wieder abgeklungen. Hierzulande soll die Forschung zu Long-Covid intensiviert werden.
Atemnot gehört zu den Symptomen von Long-Covid

– Foto: Adobe Stock/Creative Cat Studio

Israelische Forscher untersuchten Long-Covid-Symptome bei Patienten, die leicht an Covid-19 erkrankt waren. Bei den meisten waren sie nach einem Jahr wieder abgeklungen. Da das aber nicht immer so ist, hat der Bundesgesundheitsminister Geld für die Forschung zur Versorgung von Long-Covid-Patienten sowie eine Hotline angekündigt.

Für die aktuelle Studie, die im Fachmagazin BMJ veröffentlicht wurde, werteten die Forscher elektronische Patientenakten des Maccabi Healthcare Services aus. Diese umfassen medizinische Längsschnittdaten von über 2,5 Millionen Israelis. Einbezogen wurden nun die Daten von fast 300.000 Probanden mit einer nachweislichen Covid-19-Infektion zwischen März 2020 und Oktober 2021 und mildem Verlauf. Ihr Durchschnittsalter betrug 25 Jahre.

Anfälligkeit für Streptokokken-Tonsillitis

Die Forscher verglichen das kurz- und langfristige Auftreten von insgesamt 70 Long-Covid-Symptomen 30 bis 180 und 180 bis 360 Tage nach der Diagnose. Die Beschwerden waren in den ersten sechs Monaten nach der Covid-19-Diagnose ausgeprägter, gingen aber später zurück.

Haarausfall, Brustschmerzen, Husten und Muskelschmerzen traten vor allem in der ersten Phase auf. Die häufigsten Symptome, die noch bis zu einem Jahr nach mildem Covid-19 dokumentiert wurden, waren Geruchsstörungen, Geschmacksstörungen, beeinträchtigte kognitive Funktionen, Schwäche, Schwindel, Atemnot und Streptokokken-Tonsillitis.

Die erhöhte Anfälligkeit für bakterielle Infektionen nach Covid-19 könnte an einer schlechten Immunabwehr liegen, die insbesondere Kinder, anfälliger für Virusinfektionen wie Adenovirus-verursachte Konjunktivitis macht.

 

Long-Covid klang nach einem Jahr wieder ab

Bei den über 60-jährigen trat die Atemnot in der Spätphase signifikant häufiger auf. Zugleich reduzierte die Impfung mit dem in Israel am häufigsten verabreichten Impfstoff von Biontech/Pfizer das Risiko für Atemnot in den ersten drei Monaten.

Darüber hinaus zeigten sich keine Unterschiede beim Vergleich der jeweiligen SARS-CoV-2-Variante. Omikron war nicht in die Untersuchung einbezogen. Die gesundheitliche Folgen der Infektion klangen meist innerhalb eines Jahres wieder ab.

Hotline für Long-Covid-Patienten geplant

Das ist nicht immer so. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat daher jetzt 100 Millionen Euro freigegeben, um die Forschung zur Versorgung von Long-Covid-Patienten zu stärken. Außerdem ist eine Hotline geplant, bei der Betroffene sich informieren können. Bislang gibt es keine bewährten Therapien, auch die Ursachen sind noch unklar.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Long-Covid

28.12.2022

Millionen leiden inzwischen am Long-Covid-Syndrom (LCS). Weil die Folge-Erkrankung von Covid-19 zu jung ist, um gut erforscht zu sein, sind Diagnose und Behandlung weiter schwierig. Forscher aus Wien konnten jetzt eine neue Erklärung für die Erschöpfung finden.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Diabetiker haben normalerweise ihre Krankheit von Geburt an, aufgrund eines Organ-Defekts der Bauchspeicheldrüse (Typ 1). Oder sie erwerben sie durch einen jahrelangen ungesunden Lebenswandel (Typ 2). Wissenschaftler sagen jetzt: Es geht auch beides.

Etwa 5 Prozent der Bevölkerung verträgt kein Gluten. Das ist ein Klebereiweiß, das in Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Emmer vorkommt. Doch Lebensmittel haben, wenn Getreide verarbeitet wurde, einen sehr unterschiedlichen Glutengehalt.

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin