. Fettverteilungsstörung

Lipödem: Liposuktion als Kassenleistung nicht vor 2025

Ist die Fettabsaugung (Liposuktion) eine sinnvolle Behandlungsmethode bei der chronischen Fettverteilungsstörung (Lipödem)? Das wird in einer Studie erforscht. Von den Ergebnissen hängt ab, ob die Therapie Kassenleistung werden könnte.
oberschhenkel, reiterhosen, figur

Beim Lipödem, einer Fettverteilungstörung, können Sport und Diät nichts ausrichten

Die Vor- und Nachteile einer operativen Fettabsaugung (Liposuktion) als Behandlung gegen die chronische Fettverteilungsstörung bei Frauen - das sogenannte Lipödem - untersucht jetzt das Zentrum für Klinische Studien Köln (ZKS) an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln zusammen mit der Hautklinik des Klinikums Darmstadt.

Auftraggeber ist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Der will anhand der Studien-Ergebnisse entscheiden, ob dieser Eingriff Kassenleistung werden könnte. Bislang musste er von den Betroffenen privat bezahlt werden.

Schmerzen, Blutergüsse und Ödeme

Beim Lipödem, das ausnahmslos Frauen trifft, sind nur die Beine oder Beine und Arme sehr voluminös, die Körpermitte sowie Hände und Füße bleiben schlank. Mit Sport oder Diäten lässt sich dieser Störung nicht beikommen. Nicht nur die Lebensqualität der Patientinnen leidet, sie sind durch körperliche Beschwerden wie Schmerzen, Blutergüsse und Ödeme (Wassereinlagerungen) belastet.

Nun werden die Vor- und Nachteile der Absaugung gegenüber einer alleinigen nichtoperativen Behandlung wie der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie in einer randomisierten, kontrollierten, multizentrischen Studie wissenschaftlich untersucht.

 

Welche Methode lindert den Schmerz am besten?

Ziel ist es, zu überprüfen, mit welcher Methode nach zwölf Monaten der Schmerz der Patientin erfolgreich gelindert konnte. Im Rahmen der Entstauungstherapie sind manuelle Lymphdrainagen, eine Kompression durch Bandagen oder Strümpfe, eine Bewegungstherapie und eine spezielle Hautpflege vorgesehen.

405 Patientinnen mit gesichertem Lipödem der Beine sollen deutschlandweit in bis zu 14 Zentren im Rahmen der Studie behandelt werden. Die Studie sieht maximal vier operative Eingriffe vor und erstreckt sich über einen Beobachtungszeitraum von zwölf Monaten sowie einer zusätzlichen Nachbeobachtungszeit von weiteren 24 Monaten.

Liposuktion bei Lipödem als Kassenleistung nicht vor 2025

"Wir rechnen mit einer Rekrutierungsphase von etwa einem halben Jahr, die Dauer der Run-in-Phase und der Nachbeobachtungszeit pro Patientin beträgt insgesamt 43 bis 48 Monate, damit beträgt die Studiendauer 63 Monate, bis wir tragfähige Erkenntnisse gewinnen. In fünf Jahren wissen wir also deutlich mehr", so Privatdozent Dr. Maurizio Podda, Direktor der Hautklinik des Klinikums Darmstadt und Studienleiter der Erprobungsstudie.

Die an der Studie teilnehmenden Zentren werden derzeit ausgewählt. Die Zentren werden Patientinnen jeweils direkt rekrutieren, voraussichtlich ab Anfang 2020. Sich für die Studienteilnahme zu bewerben, ist nicht möglich, betont Frieda Berg, Sprecherin der Universität zu Köln. Bis die Liposuktion bei Lipödem Kassenleistung werden könnte, wird also noch einige Zeit vergehen.

Foto: cara-foto/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Stoffwechsel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lipödem

| Das Lipödem ist für die Patienten sehr belastend. Das Krankheitsbild wird aber oft nicht erkannt. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie (DGPRÄC).
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Delir ist eine akute Bewusstseinsstörung, die bei schwerer Krankheit oder nach Operationen auftreten kann. Alte Menschen sind besonders gefährdet, aber niemand ist vor dem Verwirrtheitszustand gefeit. Unbehandelt kann das Gehirn dauerhaft Schaden nehmen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Campus Charité Mitte, Charité Comprehensive Cancer Center, Invalidenstraße 80, 10115 Berlin, Ebene 3, Konferenzraum (Raum 03 001)
 
. Interviews
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.