Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
24.08.2020

Licht-Bade-Therapie bei Neurodermitis-Patienten als Kassenleistung

Die Licht-Bade-Therapie (Balneophototherapie) kann ab dem 1. Oktober auch bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis eingesetzt und als Kassenleistung abgerechnet werden.
Neurodermitis, Juckreiz, atopisches Ekzem

Neurodermitis-Patienten können jetzt auch mit Bade-Licht-Therapie behandelt werden

Die Licht-Bade-Therapie (Balneophototherapie) kann ab dem 1. Oktober auch bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis (SCORAD-Score größer 25) eingesetzt und als Kassenleistung abgerechnet werden.

Damit wird die Indikationserweiterung für das atopische Ekzem umgesetzt, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im März 2020 beschlossen hatte. Das meldet die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Für Erwachsene mit Neurodermitis konnte ein höherer Nutzen der Balneophototherapie gegenüber der trockenen UV-Bestrahlung nachgewiesen werden.

Salzbad kombiniert mit UVB-Licht

Hautärzte konnten die Methode, bei der Wannenbäder mit verschiedenen Zusätzen und einer UV-Lichttherapie kombiniert werden, bislang nur bei Patienten mit einer Psoriasis auf Kassenkosten anwenden.

Eine Balneophototherapie kann als Photosoletherapie (Salz-Bad kombiniert mit UV-B-Strahlen) oder als Bade-PUVA (Psoralen kombiniert mit UV-A-Strahlen) erbracht werden. Zur Behandlung der Psoriasis sind sowohl Bade-PUVA als auch Photosoletherapie zugelassen. Für die Behandlung der Neurodermitis darf ausschließlich die Photosoletherapie eingesetzt werden.

 

Synchrone und asynchrone Anwendung

Dazu stehen die synchrone und die asynchrone Anwendung zur Verfügung: Die synchrone Photosoletherapie besteht aus dem gleichzeitigen Bad in einer Tote-Meer-Salzlösung und einer Bestrahlung im UV-B-Schmalbandspektrum.

Bei der asynchronen Photosoletherapie erhält der Patient zuerst ein 20-minütiges Bad mit Kochsalzlösung und anschließend die Lichtbehandlung unter Anwendung von UV-B-Bestrahlungsgeräten. Die asynchrone Photosoletherapie kann als Vollbad oder als Folienbad durchgeführt werden.

Licht-Bade-Therapie bei Neurodermitis-Patienten als Kassenleistung

Bei der Licht-Bade-Therapie für Neurodermitis-Patienten, die jetzt auch als Kassenleistung abgerechnet werden kann, sollte die Behandlungshäufigkeit bei drei bis fünf Anwendungen pro Woche liegen. Sie ist pro Behandlungszyklus auf höchstens 35 Einzelanwendungen beschränkt. Ein neuer Behandlungszyklus kann frühestens sechs Monate nach Abschluss eines vorangegangenen Behandlungszyklus starten.

Bei Kindern und Jugendlichen darf die Balneophototherapie nur nach sorgfältiger Prüfung der zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten erfolgen. Für diese Patientengruppe liegen dem G-BA keine Studienergebnisse vor.

Foto: Adobe Stock/Milton Oswald

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Dermatologie
 

Weitere Nachrichten zum Thema Neurodermitis

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alkohol kann im weiblichen Körper schneller Schäden anrichten als im männlichen. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hin. So kommt es bei Frauen leichter zu alkoholbedingten Leberschäden. Als besonders schädlich gilt auch das Trinken in der Schwangerschaft.


Ältere Menschen haben oft mehrere Krankheiten und nehmen deshalb fünf und mehr Medikamente gleichzeitig ein. Oft hat aber keiner den Überblick, ob diese Mittel sich auch vertragen. Die Folge: Bis zu 30 Prozent der Krankenhauseinweisungen bei Senioren sind auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen zurückzuführen. Darauf weist die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hin.
 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin