Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Leukämie mit genetisch veränderten Abwehrzellen geheilt

Montag, 9. November 2015 – Autor:
Mit einem neuen Therapie-Verfahren konnte die einjährige Layla von Leukämie geheilt werden. Dabei werden Abwehrzellen gezielt auf die Vernichtung von Krebszellen programmiert. Forscher vom Londoner Great Ormond Street Hospital (GOSH) und dem UCL Institute of Child Health entwickelten das Verfahren.
Neue Leukämie-Therapie mit umprogrammierten Abwehrzellen wird getestet

Leukämie: Eine Infusion mit Abwehrzellen heilte ein einjähriges Mädchen – Foto: pix4U - Fotolia

Die Chemotherapie hat sich bei einigen Patienten, die an einer besonders aggressiven Formen der Leukämie (akute lymphoblastische Leukämie/ ALL) erkrankt sind, als wirkungslos erwiesen. Auch Baby Layla hatte bereits zwei Chemotherapien und ein Knochenmarkstransplantat erhalten - ohne Effekt.

Ein Verfahren, mit dem eigene T-Zellen der Patienten genetisch verändert werden, so dass sie die Krebszellen entdecken und vernichten können, wurde bereits in klinischen Studien erprobt. Problem: Die Leukämie-Patienten besitzen, besonders wenn sie bereits mit Chemotherapie behandelt wurden, oft nicht genug gesunde T-Zellen. Das Team von GOSH verwendete nun T-Zellen von gesunden Spendern.

Leukämie mit genetisch veränderten Abwehrzellen geheilt

Diese wurden genetisch verändert, so dass sie den Empfänger-Organismus akzeptieren - und es nicht zu Abstoßungsreaktionen kommt - und zugleich die Krebszellen attackieren können. Bislang war dieses Verfahren nur in Versuchen mit Mäusen getestet worden. Die Forscher erhielten gemeinsam mit Wissenschaftlern vom University College London und dem Biotech-Unternehmen Cellectis, dass die Zellen aufbereitet, eine Sondergenehmigung, um die neue Behandlung am Menschen zu erproben.

Die Behandlung bestand aus 1 ml T-Zellen, die über 10 Minuten lang intravenös gegeben wurden. Danach verbrachte das Mädchen mehrere Monate auf einer Isolierstation, um sie vor Infektionen zu schützen, da ihr Immunsystem in der Zeit äußerst schwach war.

Die Behandlung schlug an. Als die Ärzte sicher waren, dass alle Leukämie-Zellen beseitigt waren, erhielt das Mädchen noch einmal eine Knochenmarktransplantation, um ihre Blutbildung zu stabilisieren. Das Kind ist jetzt zu Hause, wird aber weiterhin regelmäßig untersucht.

 

Genetisch veränderte Abwehrzellen bei mehr Patienten getestet

Teamleiter 
Prof. Waseem Qasim sagte dazu in einer Mitteilung des Krankenhauses:  "Wir haben diese Behandlung bei einem sehr starken kleinen Mädchen ausprobiert, wären aber vorsichtig, zu behaupten, dass es eine geeignete Behandlungsoption für alle Kinder ist." Für 2016 ist eine Studie geplant, bei der weitere ALL-Patienten mit den modifizierten Abwehrzellen behandelt werden.

Foto: Pix4U

Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Leukämie

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Plötzlicher Herzstillstand: Für zufällig Anwesende oder Angehörige ist das selbst eine Extremsituation. Aus Aufregung oder aus Angst davor, etwas falsch zu machen, wird oft gar nichts gemacht. Dabei kommt es hier wirklich auf Minuten an – und durch entschlossenes Handeln kann man Leben retten. Eine App der Deutschen Herzstiftung begleitet Laien dabei, im Herznotfall richtig zu reagieren.


Sie gehört zu den heftigsten Schmerzerfahrungen, die Menschen machen können. Schauplatz der Attacken ist das besonders stark mit Nerven versorgte und deshalb besonders empfindliche Gesicht. Frauen trifft es häufiger als Männer, meist beginnt die Schmerzkrankheit ab einem Alter von 40: die Trigeminusneuralgie.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin