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08.05.2017

Leukämie bei Kindern: Überlebenschancen in Deutschland am höchsten

Rund 600 Kinder erkranken jedes Jahr in Deutschland an Leukämie. Doch es gibt auch positive Nachrichten: In keinem anderen Land der Welt sind die Überlebenschancen von an Leukämie erkrankten Kindern so günstig wie hier. Das hat eine aktuelle Meta-Analyse ergeben.
Therapieaussichten bei Leukämie

Kinder mit Leukämie haben in Deutschland gute Therapieaussichten

Jedes Jahr erhalten in Deutschland rund 11.500 Menschen die Diagnose Leukämie; etwa fünf Prozent davon sind Kinder unter 15 Jahren. Bei den Leukämien unterscheidet man je nach ihrem Verlauf die akuten von den chronischen und die lymphatischen von den myeloischen Leukämien. Die meisten betroffenen Kinder leiden unter der akuten lymphatischen Leukämie (ALL), gefolgt von der akuten myeloischen Leukämie (AML). Eine Meta-Analyse hat nun ergeben, dass sowohl bei der ALL als auch bei der AML die Therapieaussichten für Kinder in keinem anderen Land so gut sind wie in Deutschland.

Therapieaussichten in Deutschland besser als in den USA und Großbritannien

Für ihre Studie werteten die Forscher um Audrey Bonaventure von der London School of Hygiene & Tropical 198 Krebsregister aus 53 Ländern aus. Demnach überlebten in Deutschland Kinder, die zwischen 2005 und 2009 erkrankten, eine ALL zu 91,6 Prozent und eine AML zu 78,2 Prozent. Nach Aussage der Studienautoren sind das die besten Ergebnisse weltweit. In den USA lagen der Analyse zufolge die 5-Jahres-Überlebensrate bei 87,7 Prozent (ALL) und bei 63,3 Prozent (AML), in Großbritannien bei 89,3 und 68,1 Prozent. In ärmeren Ländern waren die Therapieaussichten weitaus schlechter. Schlusslicht bildete bei der akuten myeloischen Leukämie Bulgarien – jedenfalls bei den Ländern, die überhaupt ein Krebsregister haben und somit in die Studie einbezogen werden konnten.

Die guten Ergebnisse in Deutschland, die in letzter Zeit vor allem bei der AML erzielt werden konnten, führen die Forscher auf Ver­besserungen bei der Diagnostik, die mittlerweile hoch spezialisierte Therapie sowie die sorgfältige Auswahl der Patienten zurück, für die riskantere Therapien wie die Schädelbestrahlung oder eine hämopoetische Stammzelltransplantation vorbehalten werden. 

Leukämien betreffen den ganzen Körper

Bei einer Leukämie sind die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) in ihrer Funktionsfähigkeit eingeschränkt und können ihre Hauptaufgabe, die Abwehr von Krankheitserregern, nicht erfüllen. Gleichzeitig neigen die entarteten Leukozyten dazu, sich unkontrolliert zu vermehren, wodurch sie die gesunden Leukozyten sowie die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen) verdrängen. Bei Laboruntersuchungen zeigt sich daher eine deutlich erhöhte Zahl von Leukozyten. In der Folge der erhöhten Anzahl krankhaft veränderter Leukozyten sowie durch den Mangel an anderen Blutzellen kommt es zu einer Anämie (Blutarmut) und Störungen der Blutgerinnung; Infektionen breiten sich im Körper aus. Im Gegensatz zu anderen Krebsformen betreffen Leukämien daher von Anfang an den ganzen Körper.

Die meisten Leukämieerkrankungen zählen zu den lymphatischen Leukämien, bei denen sich die Lymphozyten verändern, während bei der myeloischen Leukämie entartete Zellen im Knochenmark entstehen. Bei den chronischen Formen der Erkrankung treten meist am Anfang keine Symptome auf und sie beginnen schleichend. Zudem ist bei ihnen der Anteil entarteter Blutzellen nicht so hoch wie bei den akuten Leukämien. Unbehandelt verlaufen die akuten Varianten, also sowohl ALL also auch AML, stets tödlich. Doch dank moderner Chemotherapie, teilweise ergänzt durch eine Bestrahlung des Schädels oder durch Stammzelltransplantationen, haben sich die Aussichten für Betroffene deutlich verbessert.

Foto: © crevis - Fotolia.com

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Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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