. Mentale Aktivität

Lesen fördert die Gesundheit

Lesen verlängert das Leben – das ist das Ergebnis einer Studie US-amerikanischer Forscher. Am wirkungsvollsten scheint dabei das Lesen von Büchern zu sein, doch auch wer regelmäßig Zeitungen liest, tut seiner Gesundheit etwas Gutes.
Lesen gut für die Gesundheit

Wer öfter liest, schützt auch seine Gesundheit

Nicht nur Sport, eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf Alkohol und Tabak sind gut für die Gesundheit und können das Leben verlängern – auch das Lesen von Büchern gehört offenbar zu den gesundheitsfördernden Faktoren. Das hat eine Studie von Forschern der Universität Yale ergeben. Demnach haben ältere Menschen, die häufig lesen, ein deutlich vermindertes Sterberisiko. Der Effekt beruht nach Ansicht der Forscher auf der Stärkung der Gehirnfunktionen.

Lesen reduzierte Sterberisiko um durchschnittlich 20 Prozent

An der Studie nahmen 3.635 Männer und Frauen im Alter von über 50 Jahren teil. Die Teilnehmer wurden 12 Jahre lange beobachtet und ihre gesundheitsrelevanten Daten analysiert. Wie sich herausstellte, hatten die Probanden, die durchschnittlich dreieinhalb Stunden pro Woche lasen, ein um 17 Prozent geringeres Sterberisiko als diejenigen, die sich nicht mit Literatur beschäftigten. Wer länger als dreieinhalb Stunden las, hatte sogar eine um 23 Prozent verminderte Sterbewahrscheinlichkeit. Im Schnitt lebten die lesenden Teilnehmer der Studie knapp zwei Jahre länger als die Nichtleser.

Faktoren wie Alter, Geschlecht, Wohlstand oder Bildung wurden in den Berechnungen bereits berücksichtigt. Am wirkungsvollsten erwies sich das Lesen von Büchern. Aber auch wer Magazine oder Zeitungen las, profitierte von dem Effekt, allerdings in geringerem Ausmaß. Worauf genau die positiven Effekte des Lesens beruhen, können die Studienautoren um Becca Levy von der Yale University School of Public Health in New Haven nicht erklären. Allerdings vermuten sie, dass sich die Beschäftigung mit Literatur günstig auf die kognitiven Funktionen auswirkt.

Geistige Aktivität schützt das Gehirn

Erst Anfang des Jahres hatte eine Studie von Forschern der Mayo Clinic in Rochester ergeben, dass Bildung und eine hohe geistige Aktivität vor Demenz schützen können. Offensichtlich lassen mentale Aktivitäten kognitive Reserven entstehen, die Ausfälle im Gehirn zumindest eine Zeitlang kompensieren können. Über diesen Mechanismus könnte auch die Gesundheit im Allgemeinen geschützt werden. Andere Forscher vertreten die Auffassung, dass Menschen, die lesen, generell einen gesünderen Lebensstil führen und achtsamer mit sich selbst umgehen. Hinzu kommt unter Umständen eine entspannende Wirkung des Lesens, die auch Herz-Kreislauf-Funktionen günstig beeinflussen könnte.

Foto: © jd-photodesign - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorien: Medizin , Demografischer Wandel , Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Demografie , Demografischer Wandel , Langes Leben , Demenz , Alzheimer

Weitere Nachrichten zum Thema Kognitive Ressourcen

| Bildung kann dazu beitragen, die Entwicklung von Alzheimer zu verlangsamen. Doch offenbar gilt dies nicht für jeden. Forscher haben nun herausgefunden, dass sich Bildung besonders positiv bei Menschen auswirkt, die genetisch ein hohes Risiko für Alzheimer haben.
| Jeder Vierte erholt sich im Urlaub nicht – das geht aus einem Bericht der Barmer GEK hervor. Vor allem Menschen, die sich stark in ihrem Beruf einbringen und auch abends oder am Wochenende nicht abschalten, fällt die Erholung im Urlaub schwer.
| Nicht nur eine gesunde Ernährung, eine gute psychische Konstitution und Sport können dazu beitragen, in relativer Gesundheit ein hohes Alter zu erreichen. Auch die Gene spielen eine wesentliche Rolle, wie Wissenschaftler beim Demografiekongress 2013 in Berlin erklärten.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Vor allem in den Wintermonaten grassiert die Magen-Darm-Grippe. Besonders heftig kann der Brechdurchfall sein, der durch Noroviren ausgelöst wird. In der Saison 2016/2017 gibt es mehr Fälle als erwartet.
In Berlin sind wieder Masern-Fälle aufgetreten. Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) appelliert an die Bevölkerung, ihren Impfstatus zu kontrollieren und sich gegen Masern impfen zu lassen. Besonders Säuglinge brauchen besseren Schutz.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Kinder bekommen normalerweise keinen Hautkrebs – es sei denn sie leiden an der seltenen Erbkrankheit Xeroderma Pigmentosum (XP). Gesundheitsstadt Berlin sprach mit dem XP-Spezialisten Prof. Steffen Emmert über die Fortschritte in der Diagnostik und die Suche nach einer wirksamen Therapie.
Mehr als jeder dritte Pflegebedürftige wird über Nacht zum Pflegefall. Angehörige müssen dann nicht nur die Pflege organisieren, sondern einen Berg an Bürokratie bewältigen. Töchter & Söhne-Gründer Thilo Veil will sie dabei unterstützen.