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24.03.2019

Lernen, mit Tinnitus zu leben

Ein chronischer Tinnitus ist in der Regel nicht heilbar. Für Betroffene ist das frustrierend. Wer lernt, das Kontrolle über die lästigen Ohrgeräusche zu gewinnen, ist besser dran.
Tinnitus, Behandlung

Quälende Geräusche im Ohr: Ausblenden ist die beste Therapie gegen Tinnitus

Etwa drei Millionen Menschen in Deutschland haben einen chronischen Tinnitus. Von chronisch spricht man dann, wenn das Ohrgeräusch länger als drei Monate besteht. Leider stehen die Chancen dann sehr schlecht, das Klingeln, Pfeifen oder Rattern im Ohr wieder loszuwerden. Auch eine kausale Therapie gibt es nicht. Es sei denn, der Tinnitus geht zum Beispiel auf eine akute Mittelohrentzündung zurück, die behandelt werden kann. Dann sollte auch der Tinnitus wieder verschwinden.

Stress erhöht Risiko für Tinnitus

Jedoch liegt nur in den seltensten Fällen eine offensichtliche körperliche Ursache für den Tinnitus vor. Der Zusammenhang zu Stress ist zwar wissenschaftlich noch nicht gesichert, jedoch berichten mehr als die Hälfte der Betroffenen, Stress ausgesetzt gewesen zu sein, bevor der Tinnitus aufgetreten ist. Gesichert ist dagegen, dass Lärm ein Auslöser von Tinnitus ist. So tritt die Erkrankung bei immer mehr jungen Leuten unter 30 Jahren auf - vermutlich wegen zu lautem Musikhören. Die beste Vorsorge ist daher, Lärm und Stress zu vermeiden.

 

Mit Apps den Tinnitus ausblenden

Hat sich der Tinnitus erst einmal im Ohr festgesetzt, gelten solche Therapien als erfolgsversprechend, die helfen, die Ohrgeräusche auszublenden oder mit anderen Geräuschen zu überlagern. Inzwischen gibt es Apps, mit denen Betroffene ihre Tinnitus-Frequenz aus der  Lieblingsmusik herausfiltern können. Das regelmäßige Hören der gefilterten Songs soll die die überaktiven Tinnitus-Nervenzellen beruhigen. Mit anderen Anwendungen lässt sich der Tinnitus einfacher ausblenden. Alle Therapien zielen darauf ab, den Tinnitus kontrollieren zu können.

„Wichtig ist vor allem, dem Quälgeist im Ohr keine allzu große Aufmerksamkeit zu schenken“, sagt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Krankenversicherung. Der Gesundheitsexperte empfiehlt außerdem, ein wenig Abstand vom Alltag zu gewinnen, mäßig Sport zu treiben und sich zu entspannen. „Erfahrungsgemäß hilft das den Patienten.“ Los werden sie den Tinnitus dadurch aber nicht. Wer sehr belastet ist, sollte psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen. Aber Vorsicht vor Antidepressiva: Es liegen Hinweise vor, dass sie den Tinnitus noch verschlimmern können.

Wie kommt es überhaupt zu Ohrgeräuschen?

Die Entstehung des subjektiven Tinnitus ist bislang nicht vollständig erklärbar. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte gehen davon aus, dass geschädigte Haarzellen oder fehlgeschaltete Nervenbahnen falsche Signale an das Hirn weitergeben. Eine andere Störungsquelle kann direkt im Hörzentrum entstanden sein, so dass die übermittelten Informationen des Hörnervs richtig ankommen, aber falsch verarbeitet werden. Auch Verspannungen im Nacken und Funktionsstörungen des Zahn-Kiefer-Bereichs werden als mögliche Auslöser diskutiert. 

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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