. Neue Qualitätsstruktur in der Lehre

Lernen für die Medizin von morgen

Am 20. Oktober ist das Dieter Scheffner Fachzentrum an der Charité eröffnet worden. Es ist das deutschlandweit erste Fachzentrum für medizinische Hochschullehre und Ausbildungsforschung. Die neue Einrichtung soll das Niveau der Medizinischen Lehre auf internationalem Niveau professionalisieren und wird im Rahmen der Initiative "Bologna - Zukunft der Lehre" gefördert.
Annette Grüters-Kieslich und Manfred Gross

Annette Grüters-Kieslich und Manfred Gross

"Trotz intensiver Bemühungen steckt die medizinische Ausbildungsforschung hierzulande noch in den Kinderschuhen. Wir brauchen eine neue Qualitätskultur in der medizinischen Lehre", begründete die Dekanin der Charité, Prof. Annette Grüters-Kieslich, die Etablierung des Fachzentrums. Das Dieter Scheffner Fachzentrum soll zügig zu einem bundesweiten Referenzzentrum für medizinische Lehre ausgebaut werden.

Ziel ist, einen internationalen Dialog über didaktische Neuerungen im Medizinstudium in Gang zu setzen. Die Charité hat für die Leitung des Fachzentrums eine eigene Professur für Curriculumsentwicklung und Ausbildungsforschung in der Medizin geschaffen, die demnächst besetzt werden soll. Insgesamt besteht das Zentrum derzeit aus 48 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in zehn Kompetenzbereichen praxisrelevante Ausbildungsforschung betreiben, Konzepte für eine evidenzbasierte Weiterentwicklung der Lehrpläne erarbeiten und fakultätsübergreifende Angebote zur Förderung der Lehrkompetenz entwickeln.

Fachzentrum an der Charité

Die Initiatoren des Zentrums, Prodekan Prof. Manfred Gross und Dekanin Prof. Annette Grüters-Kieslich (Charité), haben international führende Medizindidaktiker für den wissenschaftlichen Beirat gewinnen können. Dazu gehören unter anderem Prof. Elizabeth Armstrong, Professorin für Pädiatrie, Harvard Medical School, Prof. Thomas Viggiano, Mayo Medical School und Prof. Eckhart Hahn, Vorsitzender der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). "Wir freuen uns auf die Kooperation, die unsere Arbeit spürbar bereichern wird", erklärte Prof. Gross.

Förderung durch Stiftung Mercator und VolkswagenStiftung

Der Ausbau des Dieter Scheffner Fachzentrums wird im Rahmen der Initiative "Bologna - Zukunft der Lehre" von der Stiftung Mercator und der VolkswagenStiftung. als eines von drei Fachzentren gefördert. Die Charité hatte sich bei diesem Wettbewerb unter 180 Anträgen durchgesetzt und erhält eine Förderung in Höhe von 900.000 Euro. Das Fachzentrum ist nach dem im letzten Jahr verstorbenen Prof. Dieter Scheffner, Pionier des 1999 ins Leben gerufenen Reformstudiengangs Medizin an der Charité benannt, der mit grossem Einsatz für die Verbesserung der Lehre in der Medizin kämpfte und massgeblich zur Novellierung der Ärztlichen Approbationsordnung beigetragen hat. 

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