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08.05.2020

Leicht erhöhter Blutdruck bei jungen Erwachsenen kann auf Hirnschäden hinweisen

Liegt der Blutdruck bei jungen Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren leicht erhöht über dem Normalwert, kann dies zu Veränderungen im Hirnvolumen führen. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften herausgefunden.
Blutdruck, Bluthochdruck, graue Substanz

Auch junge Menschen sollten auf ihren Blutdruck achten.

Schon ein leicht erhöhter Blutdruck kann dauerhafte Schäden hervorrufen – auch im Gehirn, wie eine aktuelle Studie bestätigt. Ein Forscherteam um Professor Arno Villringer vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) fand heraus, dass Menschen mit einem Blutdruck über dem Normalwert in bestimmten Bereichen des Gehirns häufiger eine Verminderung der grauen Substanz aufweisen als Personen mit normalem Blutdruck. Ein gesunder Blutdruck liegt unter 120/80 Millimeter Quecksilber (mmHg). Ein erhöhter Blutdruck liegt über 140/90 mmHg. Veröffentlicht wurde die Studie in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift „Neurology“.

Bluthochdruck und Verminderung der Hirnsubstanz hängen zusammen

„Zuvor war die Annahme, dass Hirnschäden im Zusammenhang mit einem über Jahre hinweg bestehenden Bluthochdruck eine offensichtliche Folge dieser Erkrankung sind, aber unsere Studie legt nahe, dass schon geringfügige Veränderungen in der grauen Substanz des Gehirns bei jungen Erwachsenen beobachtet werden können, bei denen noch nie ein Bluthochdruck diagnostiziert wurde“, so Studienautor Villringer. „Es muss noch weiter erforscht werden, ob dadurch das Risiko für Schlaganfall, Demenz oder andere zerebrovaskuläre Erkrankungen im späteren Leben erhöht werden kann."

An der Studie hatten 423 Personen mit einem Durchschnittsalter von 28 Jahren teilgenommen. Sie unterzogen sich mindestens einem MRT-Gehirnscan und einer Blutdruckwertmessung. 41 Prozent der Teilnehmer hatten einen normalen Blutdruck, 29 Prozent hatten einen Blutdruck zwischen 120/80 und 129/84, 19 Prozent lagen zwischen 130/85 und 139/89, und 11 Prozent hatten einen hohen Blutdruck.

 

Bluthochdruck rechtzeitig entgegensteuern

Die Messungen ergaben, dass das Volumen der grauen Substanz umso niedriger war, je höher der systolische oder diastolische Blutdruckwert war. „Obwohl die Studie nicht beweist, dass der über dem normalen Wert liegende Blutdruck diese Veränderungen der grauen Substanz im Gehirn als Ursache hervorruft, deutet diese Studie doch darauf hin, dass die Behandlung von Bluthochdruck oder die Aufrechterhaltung eines niedrigeren Blutdrucks im frühen Erwachsenenalter wesentlich dafür sein kann, zu verhindern, dass die Kaskade von stillen Gehirnveränderungen ohne Symptome zu letztlich schädlichen Bedingungen für die Organe wie Schlaganfall und Demenz führt“, so Villringer. Die Forscher hoffen, dass die Studie auch dazu beiträgt festzustellen, ob, wann und wie der Blutdruck über dem Normalwert bei jungen Erwachsenen überwacht und gesteuert werden sollte.

Foto: © Adobe Stock/Andrei Tsalko

Foto: ©Andrei Tsalko - stock.adobe.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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