. Albumin

Leberzirrhose im Endstadium: Hoffnung auf neue Therapie

Eine fortgeschrittene Leberzirrhose führt zu zahlreichen Komplikationen. Die langfristige Gabe von hochdosiertem Albumin scheint die Herz-Kreislauffunktion dieser Patienten zu stabilisieren und sie vor einer Sepsis zu schützen, wie eine neue Studie zeigt.
fortgeschrittene Leberzirrhose

Bei fortgeschrittener Leberzirrhose könnte hochdosiertes Albumin ein neuer Therapieansatz sein

Leberzirrhose ist eine unheilbare Krankheit. Im Endstadium treten zahlreiche Komplikationen auf, häufig erleiden die Patienten dann eine Blutvergiftung (Sepsis). Hoffnung auf eine neue Behandlungsmöglichkeit macht jetzt die Pilot-Studie PRECIOSA. Die klinische Studie hat gezeigt, dass die langfristige Gabe von hochdosiertem Albumin die Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose vor ebendiesen Komplikationen schützen kann, teilt die Goethe Universität Frankfurt jetzt mit, die an der Studie beteiligt war.

Albumin ist ein Protein, das im Blut des Menschen vorkommt und zahlreiche Aufgaben erfüllt. Bei Leberzirrhose ist es vermindert. Deshalb hat man Patienten mit dekompensierter Zirrhose, dem Stadium, in dem schwere Komplikationen auftreten, auch schon früher mit Albumin behandelt, jedoch nur für einen kurzen Zeitraum.

Drei Monate hochdosiertes Albumin

In der Pilot-PRECIOSA wurden die Patienten dagegen drei Monate lang mit Albumin behandelt. Dabei zeigte sich, dass neben der längeren Behandlungsdauer vor allem die höhere Dosis den Therapieerfolg verbesserte: Bei Patienten, die mit der höheren Dosis therapiert worden waren, verbesserte sich die Herzfunktion und die Konzentration der Entzündungsmarker im Blut gingen zurück, so Prof. Jonel Trebicka, Hepatologe an der Medizinischen Klinik I der Goethe-Universität.

 

Studie wird fortgsetzt

In der nun anschließenden Folgestudie PRECIOSA wird diese Therapie nun an einem größeren Patientenkollektiv erprobt. Auch das Frankfurter Team ist beteiligt.  „Für unsere Arbeit in dem kürzlich gegründeten Micro-Predict Consortium, in dem wir die Bedeutung des Darmmikrobioms bei Lebererkrankungen untersuchen, ist dieses Ergebnis enorm wichtig: Wir werden jetzt wir nach Mikrobiom-Markern suchen, die das Ansprechen auf Albumin anzeigen, so dass wir die Therapie künftig gezielt steuern können“, sagt Leberspezialist Trebicka.

So entsteht Leberzirrhose

Unter Leberzirrhose versteht man einen Prozess, bei dem das Lebergewebe zerstört und in Narben und funktionsloses Bindegewebe umgewandelt wird - bis hin zur kompletten Leberschrumpfung. Die Ursache für eine Leberzirrhose sind meist nicht ausgeheilte Lebererkrankungen unterschiedlichen Ursprungs. Dazu zählen beispielsweise Leberschäden aufgrund langjährigen Alkoholkonsums oder eine chronische Virushepatitis. Die Vorstufe der Leberzirrhose nennt man Leberfibrose. Dabei wird vermehrt Bindegewebe in die Leber eingebaut. Bei der Leberzirrhose geht das Lebergewebe dann zugrunde und es entsteht knotiges Ersatzgewebe, welches die Funktion der Leberzellen nicht mehr übernehmen kann. im Endstadium kommt es zum Leberausfall. Die Leberzirrhose hat nichts mit einer Fettleber gemein, bei der die Leber insgesamt mehr Fettzellen enthält, aber noch normal arbeitet.

Foto: microb-predict-Konsortium

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Leber
 

Weitere Nachrichten zum Thema Leberzirrhose

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Viele Menschen mit Inkontinenz scheuen sich vor sportlichen Betätigungen. Dabei sind Sportarten mit ruhigen und möglichst gleichmäßigen Bewegungen durchaus für sie geeignet. Durch eine Stärkung des Beckenbodens können sie das Problem sogar vermindern helfen.
 
 
. Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.