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Leberkrebs früher entdecken

Die Früherkennung von Leberkrebs kann deutlich verbessert werden, wenn Ultraschall mit einem speziellen Bluttest kombiniert wird. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher in einer aktuellen Meta-Analyse von 32 Studien.
Leberkrebs, Symptome

Leberkrebs: Ein auffälliger Befund im Ultraschall sollte mit einem Bluttest auf Alpha-Fetoprotein untermauert werden

Wie bei jedem Krebs, ist auch bei Leberkrebs der Zeitpunkt der Diagnose entscheidend für die Heilungsaussichten. Da ein Leberkarzinom zunächst nur unspezifische Beschwerden macht, wird es häufig (zu) spät entdeckt. Hinzukommt, dass sich in zirrhotisch veränderten Lebergewebe Tumore anfangs nur schwer entdecken lassen.

Die Krebsfrüherkennung kann jedoch verbessert werden, wenn Ärzte Ultraschall mit einem speziellen Bluttest kombinieren. In einer aktuellen Metaanalyse fanden US-Forscher heraus, dass so 40 Prozent mehr Tumoren frühzeitig erkannt werden. Die Erkenntnisse beruhen auf der Analyse von 32 Studien und sind laut Hepatologe Professor Dr. med. Christoph Sarrazin Leberzentrum Wiesbaden. „sehr wertvoll für die Krebsdiagnostik“.

Alpha-Fetoprotein (AFP) spielt Schlüsselrolle bei Leberkrebs

Bei der Diagnose des Leberkarzinoms ist die Ultraschalldiagnostik das Mittel der ersten Wahl, manchmal kommen auch Kontrastmittel zum Einsatz. Bei dem besagten Bluttest wird das Blut der Patienten auf das sogenannte Alpha-Fetoprotein (AFP) hin untersucht. Dieses Protein ist ein Eiweiß, das im Verdauungstrakt, in der Leber und im Dottersack eines Fötus gebildet wird. Bei gesunden, nicht schwangeren Erwachsenen ist der Protein-Wert normalerweise recht gering, bei Schwangeren, den meisten Leberkrebs-Patienten und Personen mit anderen Lebererkrankungen oder anderen Krebserkrankungen ist er hingegen erhöht. „Ein solcher erhöhter Wert gibt Anlass zur besonders sorgfältigen und hochqualifizierten Ultraschalluntersuchung der Leber“, sagt Sarrazin. Seien der AFP-Wert erhöht und gebe es Auffälligkeiten im Ultraschall seien das „deutliche Anzeichen für ein Leberkarzinom.“

 

Jedes Jahr mehr Leberkarzinome

Leberkrebs war früher eher selten in Deutschland. Aber die Zahlen nehmen von Jahr zu Jahr zu und haben sich seit Anfang der 1980er auf rund 9.000 Erkrankungsfälle pro Jahr verdoppelt.

Ein Grund könnte die ebenfalls wachsende Zahl von Menschen mit Fettleber sein. Eine Fettleber entsteht durch Alkoholkonsum, Diabetes und/oder starkes Übergewicht und kann sich zu Leberkrebs entwickeln. Ein weiterer relevanter Risikofaktor für die Entstehung von Leberkrebs ist eine Leberzirrhose, die auch als „Schrumpfleber“ bekannt ist. Dabei handelt es sich um eine schwere Leberschädigung, die häufig durch jahrelangen Alkoholmissbrauch entsteht. Auch Personen, die an einer dauerhaften Leberentzündung – also an einer Hepatites-Erkrankung – leiden, haben ein deutlich erhöhtes Risiko an einem Leberkarzinom zu erkranken. Zudem können leberschädigende Substanzen in der Nahrung wie Aflaxion B 1 – ein spezielles Pilzgift -, erbliche bedingte Erkrankungen des Stoffwechsels – wie Hämochromatose oder Morbus Wilson -, die Einnahme von Sexualhormonen wie Anabolika und die berufliche Belastung mit chemischen Substanzen wie Pflanzenschutzmitteln die Entstehung der Krankheit begünstigen.

Symptome eines Leberkarzinoms sind oft unspezifisch

Mögliche Anzeichen eines Leberkarzinoms sind Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit und eine unerklärliche Gewichtsabnahme. Auch ein Schwächegefühl, eine erhöhte Temperatur ohne erkennbare Ursache und eine tastbare Schwellung unter dem rechten Rippenbogen können auf ein Leberkarzinom hindeuten. „Wer mehrere dieser Anzeichen wahrnehme, sollte sich dringend untersuchen lassen“, rät der Leberkrebsexperte

Foto: Stefan Merkle / Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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